< Wochenblatr.
Sollte dieser seltsame Mann, dessen wir oben gedacht haben, nkcht vor den Hundstagen an die Kette gelegt werden, so haben wir noch manchen Pvßierlichen Streich von ihm zu erwarten.
Zur Gesellschaft könnte man ihm seinen Nachbar mitgeben, Steuer glaubt zuviel, und dieser glaubt gar nichts. Die bösen Geister , spricht er, sind abgedankt, und die Hölle ist zugesiegelt - nun können wir leben, wre wir wollen. Ich, setzt er hinzu, bin ein Held. Macht sich der Beel, iebub mausig, so schneide ich ihm die Nase ab.
Dieses ist die gewöhnliche Sprache der Narren ,* welche bey ihrer Schwache und Furchtsamkeit auch für etwas gehalten werden wollen. Das Schlimmste ist nur dieses, daß sie auch andere mit ihren Thorheiten versto- cken. Wenn der Herr keinen Teufel glaubt, so darf der Bediente auch keinen glauben. Und doch schwören Beyde sehr oft, daß sie der, Gott sep bey uns, hohlen solle.
Wie sehr haben sich nicht die Zeiten geändert 1 Ehedem war kein altes Schloß, wo sich nicht eine Heerde Kobolde aufhielten , und zuweilen einen Ball anstellten, dergleichen sie gegenwärtig noch auf dem Brocksber- ge halten. Der große Jäger, ein dürrer, schwarzer Mann , jagte mit einem Strickschwarzen Hunde in finstern Wäldern, und wer ihm zu nahe kam, dem drehere er den Halß um. Jedes Dorf hatte seinen besonder» Hexenmeister und auch seine Hexenmeisterin, welche aber gemeiniglich so arm waren, daß sie betteln gehen mußten. Jedermann woure den Teufel gesehen haben, oder noch sehen. Mit diesen Historien vertrieb man sich die langen Winterabende, und man würde ohne diesen edlen Zeitvertreib für langer Weile gestorben seyn.
Das Lächerlichste dabey ist dieses : daß man den Hexenmeister verbrannte, wenn man ihn habhaft werden konnte. Mußte man nicht vermu- lhen, daß er im Stande sey, das Feuer auSzulöschen , und seinen Richtern den HalS umzuvrehen? Gleichwohl geschähe eS nicht; und der Hexenmeister wurde, wie ein Narr, mit vielen Ceremonien, sehr zierlich gebraten.
Was soll man davon urtheilen? Dieses: Die Meister der Kunst irren sich; aber es ist nicht erwiesen, daß die Kunst nicht vorhanden styn könne.
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