Wochenblatt. K
Ein Cavalier war von seinem Könige kn wichtigen Angelegenheiten nach Deutschland geschicket worden. Er reifete mit vier Bedienten zurück, als ihn die Nacht in einem elenden Dörfchen überfiel, wo nicht einmal tiu einziger Gasthof war. Er fragete einen Bauern, ob man denn nicht in dem Schlosse Herbergen könnte ? Der Bauer antwortete ihm: Das Schloß ist verfallen, gnädiger Herr; es ist nur ein Verwalter da , welcher in einem kleinen Häuschen äusser dem Schlosse wohnet, wo er sich bloß bey Tage hinein zu gehen getrauet, weil deö Nachts die Geister darinnen herumgehen, und die Leute schlagen.
Der Edelmann, welcher nicht furchtsam war, sagte zu dem Bauer: Ich fürchte mich vor den Geistern nicht; ich bin viel arger, als sie; und damit ich es dir beweise, so sollen meine Bedienten in dem Dorfe bleiben, und ich will ganz allein in dem Schlosse schlafen.
Indessen war seine Absicht doch nicht, daß er sich niederlegen wollte. Er hatte in seinem Leben sehr viel von Gespenstern gehöret, und war sehr begierig, einnral eins zu sehen. Er gieng in das Schloß, ließ ein gutes Feuer anmachen, nahm Pfeiffen und Toback nebst ein Paar Bouteiüen Wein, und legte vier geladene Pistolen auf den Tisch vor sich hin. Um Mitternacht hörete er ein großes Geprassel von Ketten , und sähe einen Mann, der viel größer war, als gewöhnlich, welcher ihm durch Winken ein Zeichen gab, ihm zu folgen. Unser Cavalier steckete zwo von seinen Pistolen in den Gürtel, eine in die Tasche, und die letzte nahm er in di- rechte Hand und mit der andern hielt er das Licht. In diesem Aufzuge folgte er dem Gespenste nach, welches die Treppe hinunter, über den Hof weg und in eine Allee gieng. Als aber der Cavalier an das Ende der Allee kam, so wich auf einmal dir Erde unter seinen Füssen und er fiel in ein Loch. Hier wurde er gewahr, was für eine Thorheit er begangen hatte. Denn er sah durch einen schlecht zusammen gefügten bretkernen Verschlag, der ihn von einem Keller absondcrte, daß er nicht in die Gewalt der Geister, loudern einem Dutzend Leuten in die Hände gerathen war, welche sich mit einander berathschlagten, ob sie ihn tödten sollten. Aus ihren Re- den erkannte er, daß sie falsche Münzer, das ist, solche Leute waren, die unbefugter Weise Geld machten. Der Cavalier, welcher sich wie eine Maus in der Falle gefangen sah, fieng endlich an und bath diese säubern Herren utn Erlaubniß ein Wort zu sagen. Man erlaubte ihm solches.
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