Ausgabe 
27.6.1775
 
Einzelbild herunterladen

2.04 LDochmblaee-

Bedürfnissen wohl versehenes Gebäude zu ihrer Aufnahme bereit fanden. Den folgenden Tag schliefen sie, um sich von der Reise zu erholen , bis zum späten Mittage, und auchalsdenn no y zu matt die vsrhadendenBe- schafrigungen anzufangen, erquickten sie sich zuvörderst an den vortreflich^ stcn Speisen, und da solche sehr wohlschmeckend zubereitet waren, sollessen- sich auch Weise verleiten mehr davon zu sich zu nehmen, als, ibreir Hun­ger zu stillen, nörhig gewesen wäre. Da sie von neuem hierdurch träge ge­worden, so brachten sie den noch übrigen Theil des TageS bloß damit zu Das unvergleichliche Land aus den Fenstern zu betrachten , dessen fruchtba­rer Boden mir den prächtigsten Blumen geschmückt war, die in der Son­ne einen ausserordentlichen Glanz zurückwarfen. Endlich ergötzten sie sich bis auf den späten Abend an dem reizenden, melodischen Gesänge gan­zer Schaaren von Vögeln.

Den andern Tag standen sie sehr früh auf, um ihre Beobachtungen anzustellen, aber nun erschienen cie am meisten bezaubernden Schönen der Mondenwelt, um ihren Besuch bey ihnen abzustakttn. Sie baten die Wei­fen sich erst an wohlschmeckenden Speisen und Getränken zu erholen und »reue Kräfte zu sammeln, ehe sie sich einer fo beschwerlichen Arbeit aussetz­ten. Die Menge der köstlichsten Speisen, die süssesten und treflichsten Werne, vor allen andern aber die Reizungen der fremden Schönen waren, Sirenen gleich, eben so vielen Schlingen, durch welche die Weisen sich be­stricken und zum Müßiggang verleiten liessen. Es wurde ein unvergleich­liches musikalisches Concert aufgeführet, die jüngern, vor Freuden ganz äusser sich, fingen an zu tanzen; so daß der ganze Tag in Gesellschaft die­ser Mondnymphen verdorben ward: bis endlich die in dem untern Stock­werk des Hauses wohnenden, aus Neid über das in dem oberen Theile desselben herrschende Wohtteben, mit blossen Degen hinaus giengen, um in Güte, oder mit Gewalt, sich einen Theik des Ueberfluffes daselbst zu verschaffen. Die ältesten unter den Weisen suchten die aufgebrachten Mond­bürger zu besänftigen, indem sie ihnen versprachen, daß diese Sache des folgenden Tages, ehe sie sonst etwas vornähmen , durch einen förmlichen Proceß untersucht und der rechtlichen Entscheidung überlassen werden sollte; welches denn auch beyde Partheyen eingiengen.

Am dritten Tage ward dieser Rechtshandel vorgenommen, da sie denn den ganzen Tag über genug zu thun hatten die Sache durch Klage, Be- weis