MM KWSUM
Ächtts WM
U ' . ; r.-i . ' i r ■ • . :.ütf <ftl
Diettstags den Li. Februar. i77f.
Mit Hochfürsil. Hessen Dannstadtischer gnädigster Erlaubniß.
*sd ;>1 ni r-1 i; ' d-bii’C* •• :$:=•• - i h...- .
Von dem Stolze.
/J\er Stolz ist eine Leidenschaft, die unter allen Leidenschaften am wr- ) nigsien für den Menschen gemacht ist; und doch giebt es kaum eine Leidenschaft, die sich leichter in das menschliche Herz einschleicht, und sich unter so vielen Gestalten verbirget, als eben diese. Alles, waS die Menschliche Natur in ihrem gegenwärtigen Zustande an sich hat, sollte uns bewegen, allen Samen des Stolzes in uns zu unterdrücken, und die Seele in Den niedrigsten Stand der Demuth und Selbstverleugnung zu versetzen.
Der Stolz ist nicht für den Menschen geschaffen, weil er i. ein sündiges, r. ein unwissendes, und z. ein elendes Geschöpf ist. Er hat weder in seinem Willen, noch in seinem Verstände, noch in seinem gegenwärtigen Zustande etwas, das ihn zum Stolze oder zum Hochmmhe reihen 5 könnte.
•M,#’
Diese drey Ursachen, weswegen er nicht stolz styn sollte, sind aber - eben die Bewegungsgründe, warum er es ist. Ware er nicht ein sündiges Geschöpf, so würde er sich nicht von einer Leidenschaft beherrschen las-
H fen,


