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w-chenblate. 407

nicht- wider die Undankbarkeit sagen. Jeder weis, daß sie so hassens- würdig als die Erkanntlichkeit liebenswürdig ist, und daß Undankbare allemal für Lenke ohne Ehre gehalten werdens

r.

Der Hauptgrund aller Streitigkeiten muß allemal die Rennte der Wahrheit seyn; Man mag sie entweder selbst suchen, oder am dern beybringen wollen, wenn sie schon gefunden ist. Eine streitige Wahr­heit ist entweder an sich selbst gleichgültig, oder sie ist den Neigungen her# Migen zuwider, mit denen man sich unterhalt, oder sie ist wohl gar ihren Vorurkheilen entgegen. Ist die Wahrheit gleichgültig, wozu soll das hef­tige Streiten? und warum will man sich so unnütz erhitzen , um sie dem .Verstand eines andern aufzudringen? Ist hier nicht eine vernünftige Höf­lichkeit besser, als wenn man durch einen Widerstand misfallt, der nicht den geringsten Nutzen hat. Ist die Wahrheit, die man andern beyzubn'n- gen sucht, ihren Neigungen entgegen, so muß man ihnen dieselbe liebens­würdig zu machen suchen, und wenn man dies will, so muß man sanft und gelassen seyn; Streit und Hitze verdirbt alles. Ist endlich die Wahr­heit ihren Vorurtheilen entgegen, so muß man ja nicht ihre Meinung mit Verachtung verwerfen, oder sie selbst lächerlich zu machen, oder mit einer hohen und entscheidenden Mine reden: alles dies empört die Köpfe, und hindert sie, ihre Vernunft zu brauchen. Man muß vlelmehr diese Vorur- kheile geschickt angreifen, durch wichtige Gründe ihre Schwache zeigen und dann ohne Leidenschaft mit aller Bescheidenheit die entgegengesetzte Wahr­heit vortragen. So verfahren diejenigen welche zu leben wissen , und den Geist und das Herz des Menschen kennen und nur auf diese Weise sind ge­kehrte Streitigkeiten nützlich und angenehm. Findt man eigensinnige Leute, die entweder mürrisch oder aufgebracht werden; so ist es unnütz mit ihnen zu streiten, denn dies erbittert sie mir noch mehr. Dann muß man sich be­gnügen, daß man die Wahrheit kennt, und diejenigen beklagen, welche ihre Augen dem Licht derselben verschließen.

4.

1 - Wer erdenklich in seiner Aufführung seyn, und den Regeln des Wohl­standes gemas leben will; muß jeden nach seinem Stande und nach feinem Charakter behandeln, Und dies allemal auf eine anständige Art. Er muß Achtung gegen seine «Obern, Gehorsam gegen seinen Herrn , Höflichkeit

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