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Wochenblatt: W

über 24 Jahr lang tir ganz Europa herum, ohne mich jemand $u erkennen $t| geben. Endlich bin ich in der gröstsn Armuth wieder in mein Vaterland zurückgekommen, und es scheint daß der Himmel meine Lebensjahre bloS deshalb so lange über die gewöhnliche Zeit hinaus verlängert, damit ich mein Elend desto langer fühlen und mein begangenes Verbrechen desto schwerer büßen möchte. Dieses Käsigen ist das einzige, was mir noch übrig ist, lund welches ich jederzeit sorgfältig bewahret habe. Ich habe es, ehe ich sterbe., seinem rechtmäßigen Herrn einhändigen wollen. Eine alte Auf- Wärterin, die mich aber eben so wenig als sonst jemand kennet, hatte ver- muthlich etwas davon unter dem Volke gehöret daß du in Ungnqde gefal­len seyst. Sie nannte mir deinen Nahmen und ich erkannte meinen En­kel. Nimm jetzt diese Papiere und entferne dich auf ewig von einem Men­schen, den du nicht ohne Verachtung ansehen darfst."

Der Lord suchte seinen Aeltervater zu bereden, daß er mit ihm nach Schottland gehen möchte, und nach vieler Bitte erhielt er auch endlich sei­ne Einwilligung. Als er aber des andern Tages ihn abholen wolte, war niemand mehr zu finden. Der Alte hatte noch in der Nacht sein Quartier verändert, und alle Mühe die sich der Lord gegeben, ihn zu erfragen, ist t vergeblich gewesen.

Maximen.

Ein Mensch/ der kein Herz hat/ und der seinen Haß geschickt: Verbirgt/ ist weit furchtbarer/ als zwey öffentliche Feinde. Da eres nie wagt, jemand ftey anzugreifen, so braucht er List und Verrätherey ; und dies macht feine Streiche desto gefährlicher, weil man sich dieselben nicht versieht, und weil man nicht weiß, woher sie kommen. Die Furcht, welche ihm Gefahren einbildet, wo keine sind , stößt ihm den Vorsatz ein, ihnen zuvor zu kommen, und macht, daß er oft lächerliche Vorbeugungen wider eingebildete Uebel unternimmt. Die Furchtsamkeit, welche von der Schwäche seines Geistes herrührt, macht ihn argwöhnisch , und läßt ihn in einem beständigen Mistrauen dahin leben, so, daß er die meisten Men­schen als seine Feinde ansieht, wenn man gleich sehr oft nicht einmal an ihn denkt. Er hat wenig Freunde, oder wohl gar keine: denn da er im­mer betrogen zu werden fürchtet, so hängt er sich an niemand, und fürchtet sich

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