Ausgabe 
17.1.1775
 
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tt wdchenblare.

Die- ist einer von den vielen Haupmchümern, denen gleichsam alle Menschen miteinander anhangen. Jedes Alter, jeder Stand hat gewisse kieblingswünsche. Man findet fein Vergnügen an Entwürfen, deren Un- Wahrscheinlichkeit man einsieht, und denen man nachhängt, ohne sie zu prüfen. Was man sehnlich wünschet, host man mit der Zeit sehr leicht erhalten zu können. Derjenige welche die Unmäßigkeit Krankheiten zuge­zogen hat, erwartet, indem seine Kräfte im Frühling abnehme.., Erqui­ckung und Stärke von der erwärmenden Sonne des Sommers; und in­dem sie in diesem gleichsam verschwinden, hoffet er Hülfe vom kältern Win­ter. Derjenige, der an Schönheiten und Freuden dieses Lebens sein Auge weidet, und dem seine dürftigen Umstände es verbieten sich dieselben zu ver­schaffen, oder Theil daran zu nehmen, tröstet sich damit, daß die Zeit sei­nes Elendes bald verflossen seye und ihn jeder Tag seinem glücklichem Zu­stand näher bringen werde. Er hat zwar die Zeit, welche ihm zur Ver­besserung seiner Umstände bestimmt war, ohne sich um sein Glück zu be­mühen, oder mit Entwerfung von Planen, die nicht vollzogen werden kön­nen, und mit der Betrachtung von Aussichten zugebracht, denen» sich nicht nähern kann.

Dies ist der allgemeine Traum, lin welchem wir alle unsere Zeit hinschlum­mern. Jeder erwartet die Ankunft des Tages, an dem alle seine Wün­sche in Erfüllung gehen, da ihm alle nachstehen werden, die sich jezt noch gleich ihm an der Hofnung glücklicher Zeiten ergötzen. Der Sklave er­wartet mit Sehnsucht die Stunde, da er frei) und mächtig, der Niedrige, da er geehrt, und der Häßliche da er schön zu werden host.

Sollte jemand die Welt, die ihn umgiebt so unaufmerksam betrach­tet haben, daß er glauben könnte, diese Vorikellung überschreite die Gren­zen der Wahrscheinlichkeit, der mag sein eigen Leden ein wenig untersuchen. Er betrachte die Hofnungen und Aussichten, die er schon seit einigen Jah­ren hatte; er betrachtete seine Meynuny von der Glückseligkeit, die ihm wäh­rend derselben zuwachsen sollte. Diese Jahre sind nunmehr verflossen Ha­ben sie die Erwartungen befriediget, die er von ihnen hegte? Hat sich sein Vermögen verm btt? ist seine Gelehrsamkeit größer geworden ? oder hat er sich in seinem Verhalten gebessert? Ich glaube, daß jeder, der sich wie­der an seine Hofnungen erinnert, sein Mißvergnügen bekennen, und sagen Muß, daß ein Tag nach dem andern unbenuzt entflohen, und daß er im­mer gleich weit von dem Ziel seiner Wünsche entfernt bleibe.

WaS