Wochenblatt. H7
die Sie verlangen Wie, Madame, jagte die vermeynte Gemahlinn, sollte es mir eine andere Bekümmerlnß verursachen, alö die , weiche ich einem jeden GegenstanDe schuldig bin? Ja, gnädige Frau, antwortete je* He, es geht Sie gar zu nahe an. Wohlan denn, versetzte Vie andere, so fordere id> es, a!6 mein Reckt. Wenn Sie eö Denn wissen wollen, sagte die tugendhafte Frau, so muß ich Ihnen sagen, daß ich Die Lady T tt bin, und vor Ihnen ein Recht auf Ihren Gemahl Kade , welches Sie, wie ick überzeuget bin, nickt gewußt haben; unD wenn Der gnädige Herr fortgefahren , nur nur Den bloßen Lebensunterhalt zu ertheilen , so würde fein Charakter Durch meine Klagen nie verdunkelt worden seyn; denn ich weis, daß einige Ahndung an meiner Seite die Sünde an meinem gnädigen Herrn nicht verhüten wurde, und an Ihrer Seite haben Sie sich keines Verbrechens schuldig gemacht; Denn Die Nachricht von meinem Tode ist D*ro Rechtfertigung in allem , was vorgegangen ist ; und weil Der Wille meines Gemahls in allen meinen Handlungen , Die ihn angehen, meine Vorschrift ist; so war ich entschlossen , ihm so lange willfährig zu seyn, dis ich Durch eine unumgängliche Nothwendigkeit meinen Vorsatz ändern mußte.
Madame, sagte die vermeynte Gemahlin, ich will die Wahrheit von dieser Sacke erfahren, ehe ich schlafen gehe; und ick versichere Sie, Daß, wenn ich eS so finden werde, als Sie es sagen , ich nicht nur mich des Bettes meines Gemahls begeben, sondern auch zu Ihrer Versöhnung mein Bestes thun will. Ich erwarteten gnädigen Herrn alle Augenblicke; unD es möchte nicht gut für Sie seyn, wenn sie Key seiner Ankunft hier wären ; sagen Sie mir aber, wo Sie anzutreffen sind , Damit Die guten Dienste n'cht verloren gehen, Die ich Ihnen zu leisten willens bin , und ich erfucbc Sie, diesen Beutel anzunehmen , damit Sie sogleich Unterhalt puden können.
Das arme Frauenzimmer gieng fort, und der Edelmann kam bald darauf nach Häuft, Da er Denn feine vermeynte Gemahlin in großer Bekümmern tz bey sicf fand, und sie um Die Ursache dieser Unruhe fragte. Mylord, sagte sie, ein trauriger Umstand hat mir eine Sache bekannt gewacht, weswegen ich eine Frage an Sie fhun muß; unD ich beschwöre S ie, so daraus zu antworten, ols Sie vor Dem höchsten Richterstuhle Darauf antworten würden. Ledet Ihre erste Gemahlin noch?
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