W-chenblarr 1
eS sey nun zu ihrerEhre oder zu ihrem Nachtheile, daß sie oJMcit sehr tief fühlen- waö sie ernstlich vorgeben Männer reden oft --us der Cmbu- dungskrast, Weiber allezeit auS dem Oerzen: und da Natur beide Geschlechter durch unsichtbare' Bande und Neigungen verbunden, so finde» beide alles schon tn ihren Herzen zur Freundschaft vorberettet.
Die Werke der Natur sind unt-t allen die vollkommensten: diejenigen aber, wo diese große Werknersterinn nur einen kleinen Antheil hat, sind niemals ohne mißheliiqc Theile dey der Freundschaft zwischen Mann und Weid, wo die Liebe keinen Theil hat, fühlen wir die Natur, daß daS ganze ein Werk dieser bewunderSwürdigen Küvstletinn ist: und hier finden wir Die geheimen Banden, die natürliche Sympathie und die ganze unübersteiguche Neigung, die sie unö gegen, einander eingepfian- zel hat.
Die wünschenswürdigste Glückseligkeit kann bloß der Preiß der Tugend seyn: aber nm müssen, wenn wir sie besitzen , wohl auf unö selbst Achtung geben, daß das, was erst Tugend war, am Ende nicht Leidenschaft werde.
„ Als Dämon vom Dionysius zu Syrakus auf einen gewissen Tag zum Tode verurtbeiler war, bat er in der Zwischenzeit um die Erlaubnis), in |ein Land gehen zu dürfen, damit er die Angelegenheiten seiner trostlosen Familie in Ordnung bringen möchte. Der Tyrann, der es ihm im Herzen abschlug, gewährte es ihm zum Scheine, weil er ihm eine Bedingung machte, deren Erfüllung er für unmöglich hielt; daß er nämlich einen Andern als Geißel für seine Rückkehr und mit Verlust seines Ledens stellen sollte, wenn sie nicht zu bestimmter Zeit erfolgte. Pythias hörte die Bedingungen, und wartete gar nicht bis ibn Dämon erst darum ansprach : sondern erbot sich unverzüglich selbst dazu. Sogleich erhielt Dämon die Freyheit. Der König und der ganze Hof erstaunten über diese Handlung; und als der Richttag sich näherte, war Dionysius neugierig genug, Den Pythras in seinem Gefängnisse zu besuchen. Nach einiger Unterredung über die Freundschaft, behauptete der Tyrann , daß der Eigennutz Die einzige Triebfeder aller menschlichen Handlungen sey: und was Tugend, Freundschaft, Wohlwollen, Vaterlandsliebe und dergleichen anbe- träf, so hielt er sie bloß für Worte, Die von den Weiftn erfunden worden, den Schwachen in Ehrerbietung zu erhalten und zu täuschen. „ Gnädiger Herr," sagte PvrbiaS, mit einer festen Stimme und einer edlen Miene: „Ich wünschte, es wäre möglich , daß ich tausend Tode leiden könnte,
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