$64 Wochenblatt-
Gott weiß es, .sind ohngefahr mein ganzes Vermögen, erwiederte ihm Gellert, aber ich will Ihnen helfen. Er suchte wirklich das Geld zusammen, und gab es dem Jünglinge. Leben Sie wohl liebir Freund, sagte er, in vier Wochen erwart' ich Sie.
Der Monat war kaum verfloßen, als der junge Mensch Gelierten das Geld wieder brachte. So sind sie doch der redliche Mann, den ihr Gesicht ankündigt. Behalten Sie das Geld! Gort mache Sie so glücklich als Sie es verdienen! Seyn Sie mein Freund und wenden Sie sich hey jedem Bedürfnisse zuerst an mich.
Der Jüngling mochte sich wegern wie er wollte, er wußte das Geld behalten. Er gieng beschämt weg, daß er eine solche Tugend in Zweifel gezogen hatte.
Schreiben einer Mutter über den putz der Binder.
Mein Herr,
Ich bin eine Mutter von acht Kindern, wovon das älteste 13 Jahr alt ist, und mein Stand erfodert, daß ich solche miteinander auf eine gewisse Art kleiden lasse, welche demselben gemäß iß. Ich kann versichern, daß ich Tag und Nacht darauf denke, alles so mäßig einzurichken, wie es immer möglich ist, und selbst seit meinem Hochzeittage kein einziges neues Kleid mir habe machen lassen, auch vieles bereits von meinem jugendlichen Staate für meine Kinder zerschnitten habe. Gleichwohl bin ich nicht vermögend, so vieles anzuschaffm, als die heutige Welt bey Kmdern aufs mindeste erfordert. Ich mag Ihnen die Rechnung von demjenigen, was mich meine fünf Mädchen, seitdem sie die Wiege verlassen haben, kosten, nicht vorlegen. Sie würden darüber erstaunen. Und das geht alle Tage so fort. Wenn ich mit der einen fertig zu seyn glaube, so muß ich mit der andern wieder anfangen, und eine Mutter, die redlich durch die Welt will, hat vom Morgen bis in den Abend nichts zu thun, als ihre Kinder nur so zu putzen, daß sie sich sehen lassen dürfen. Vor einigen Tagen mußte ich die Aelteste in eine feierliche Gesellschaft schicken; sogleich müßen 18 Ellen Blonden, n Ellen Band, 6 Ellen große Beaute zuManchettenrc.
geholt


