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Bedeutung die Weit zu nennen ist. Es find also beydes , sowol Himmel als Hölle in der Welt; ob ich gleich nicht den Ort bestimmen kann, wohin die Menschen nach dem Tove versetzet werden, und welcher ihnen alS- denn zum Himmel oder zur Hölle dienen mus. Doch lehrt mich schon »die Vernunft, daß Himmel und Hölle zween Orte in der Welt seyn müssen, die in Ansehung aller ihrer Umstande sehr von einander unterschieden find. Und weil in einem jeden Theile der Welt Geschöpfe find, so mus der Mensch nach Dem Tode, er mag entweder im Himmel oder in der Hölle seyn, sich rrorhwenvig in einer Gesellschaft befinden, welche noch dazu vermuthlich seinen Umstanden gemäs seyn wird. Es ist daher der Vernunft schon begreiflich, daß Die Gesellschaft, in welcher man im Himmel oder in derHöl- / le mit andern Geschöpfen stehet, zur Vermehrung der Glückseligkeit oder Unglückseligkeit eines seligen oder verdammten Geschöpfes viel beytragen mus. Nur muömian auch in diesem Stücke die ungereimten Begriffe davon absondern, welche sich tausend Menschen von der Gesellschaft in dem Himmel und in der Hölle machen. Es ist vermöge der gesunden Vernunft schon wahrscheinlich, daß tugendhafte Menschen nach dem Tode an einen Ort kommen wo sich vollkommnere Geister befinden, die man Engel nennet; gleichwie die verdammten, wahrscheinlicher Weise, in die verdrüßliche Gesellschaft der unseligen Geister, oder Teufel versehet werden. Doch -ist es lächerlich, wenn man sich die Gesellschaft so vorstellet, als uns die Mahler, und auch einige Postillen dieselbe abzubilden pflegen.
Es komt wir sehr wahrscheinlich vor, daß viele Freygeister, welche öfters Himmel und Hölle für Hirngespinste halten, hauptsächlich durch die oftmals lächerliche Vorstellung, die sich viele davon machen, zu ihrem Irthume verleitet werden. Leute, welche die Vorurtheile einseben, die mit vielen wichtigen Puncten der Religion verknüpfet sind, aber doch dis Starke des Verstandes nicht besitzen, das wahre von dem falschen zu unterscheiden; dergleichen Leute sind sehr dazu geneigt, eine Wahrheit, die durch die Vorurtheile unkennbar gemacht wird, sogleich blindlings zu verwerfen, anstatt daß sie dieselbe von den ihr anklebenden irrigen Begriffen reinigen soll-
9loube' daß ein jeder vernünftiger Mensch auch ohne Beyhülfs Der Offenbarung von der Wahrheit eines zu erwarteten Himmels und einer bevorstehenden Hölle sich überzeugen wird. Es last sich auch schon vieles von diesem gedoppelten Zustande der Seele nach dem Tode sagen , ob «an gleich dre nähere Beschaffenheit desselben nicht bestimmen kann. Wer
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