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Giesser

Wochen- lall.

Sieben und Dreissigstes Stück.

Dienstags den ia. Scpcembr. 177s.

Mik Hochfürstl. Hessen Darmstädkischee gnädigster Erlaubniß.

Das menschliche Leben, als eine gefährliche Reist.

Mensch ist das lächerlichste Geschöpf in seinen Handlungen, wenn man dieselben mit einiger Ueberlegung untersuchet. Ich würde ihn weit unter die Thi-re setzen, wenn Die Helste seiner Beschäftigungen seinen wahren Rang entscheiDen müßte. Das Gemisch von Vernunft und von Sinnlichkeit, Das er in seinem Busen fühlet, und welches Geb Doch immer wider,pricht, last uns ihn nicht selten in dem allerwunDerbarsten Zustande betrachten. Die Thier- handeln bloß nach ihrer Sinnlichkeit, aber st- haben auch weiter nichts , als diese sinnliche Empfindung. Der Mensch handelt nechst der Sinnlichkeit auch noch nach Vernunft; und oft will er gar beyden zugleich folgen. Aber welch einen erbärmlichen auftritt macht er alsdann nicht. Eine Unschlüfsigkeit seiner Wünsche, eine Verän­derung seiner Neigungen gegen alle oDet doch einige äusserlich- Gegenstän­de, eine gewisse Sorglosigkeit seiner Bemühungen , alles dieses und noch tausenberley Abwechselungen mehr, gehen in Dem einzigen Geschöpfe, in Dem Menschen vor.

Unter allen diesen Dingen ist -S am merkwürdigsten, daß durch die Sänge derzeit, unD durch Die anwachsenden Jahr- diese Abwechselung auf eine ganz besonder Weise geschicht. Sinnlichkeit und Vernunft verändern

O*> sich