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Wochenblatt.

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Augen blendet, daß sie glauben, sie würden bewundert, sie würden mehr als andre geehrt; da sie doch in der That der Gegenstand des Mitlei- dens, der Verachtung, und der Verspottung sind.

Herr prachtlieb hatte alle Bequemlichkeiten und vernünftige Ver­gnügungen des Lebens gemessen können. Zwei tausend Thaler jährlicher Einkünfte waren hinlänglich, ihm alles zu verschaffen , was ein einzelner Mensch wünschen kan. Nach dem Tove seines Vatern BruderS , von dem er diese Einkünfte geerbt, führte er auch würklich, etwa ein oder zwei Jahr hervurch, ein recht kluges Leben. Er hielte nicht mehr als einen ein­zigen Diener, und ein paar Reitpferde. Den Sommer brachte er bei ei­nem Anverwandten in einem anmuthigen Landschlosse zu: Und wenn erdeS Winters in die Stadt kam, war er mit einer bequemen Wohnung zufrie­den. Allein wie er mit denen itzigen zierlichen Herrn, die mehr Puder auf ihren Schultern fuhren, als das Gewicht ihres Gehirrnö beträgt, in Bekanntlchast gmeth, wurde er, wie diese, ein Rleidernarr. Er ver­liebte sich in goldrund silbernen Treffen, verwechselte seine englische Pe- ruque mit einer französischen £uppec/ und ließ sich , wenn er Besuch abstattele, in einer Sänften ttagen, damit der Wind seine Locken nicht in Unordnung bringen möchte. Hier fieng sein Verderben an. Seine Pracht muste in allen öffentlichen Oertern bewundert werden: Er ließ sich in den Opern, Mlasqueraden, und bei Hofe schauen: Er wrsäunue keine luftige Gesellschaft, und ein jeder Tag hatte feinen bestimmten Putz. Dies überstieg gar bald seine Einkünfte. Bisher harte er Rechnungen von seinen Ausgaben und Einnahmen geführt: Und so lange er sähe, daß seine Güter noch hinlänglich waren, die Ausgaben zu bestreiten, fand er Darin ein nicht geringes Vergnügen. Allein nunmehro tonte er seine Sachen nicht mehr ohne Unruhe und Verdruß untersuchen. Er zerriß daher seine Papiere, und faßte den Vorsatz, sich fünf ig diese Mühe nicht mehr zu geben. In dieser Lebensart fuhr er einige Zeit fort. Er borgte Geld, wo er tonte. Endlich fiel er so tief in Schulden, daß er, um sich desto ruhiger zu machen, seine Güter verkaufte. Er behielt noch erwaS daareS Geld übrig. Er miethete sich also ein großes Haus, schäfte sich Rutschen und Pferde an, nahm viele Leute in Dienste, und bewarb sich um eine reiche Erbin, in Hofnung fern verfallenes Glück wieder auf- zurichten. Allein, da man feine Umstände in Erfahrung gebracht, wurde er abgewiesen. Und so fiel er, nachdem er etwa ein oder zwei Monate ge, r ' glänzt.