Ausgabe 
10.10.1775
 
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ZLL Wochenblatt.

durch Uebernehmung mehreren Stunden die Arbeiten der sonst gewöhnlichen fünften stelle unter sich vertheilt haben, ohne daß dadurch dem Padagogio irgend eine Stunde, oder Lectionen entzogen worden wäre.

Dagegen sind noch einige außerordentliche Lehrer angestellt worden, welche nach Massgabe der Notwendigkeit eine bestimmte Anzahl öffentli­cher Stunden unentgeltlich halten müssen. Demnach giedt der Univer- stkätS Sprachmeister, Herr Chastel im Französischen, der Universi- takS' Tanzmeister Herr BrütmelK im Tanzen, der UniversitätS- MahB Ur Herr Berchelmann im Zeichnen, und der Musikdirektor Herr Bieler in der vocalmusik öffentlichen Unterricht.

II) Den Lectionsplan. Man hat bey dem Entwurf desselben darauf gefchen; erstlich, daß in einer und ebenderselben Stunde in allen Klaffen auch ein und ebendieselbe Wissenschaft oder Sprache dotiert wird. Hierdurch hat man den Vorthril erhalten; daß ein jeder Schüler in einer jeden,Lecrion an den rechten Platz gelangt, so daß wenn er in einer Lettion, zum Berspiel im Lateinischen gut ist, und deswegen in eine höhere Kloße ge- ftzk wird, dagegen aber in andern Lectionen noch zurück ist, er diese in ei­ner niedern Klaffe nachholen kann, ohne daß dadurch irgend eine andere tiction versäumt wird. Zweitens, daß einem jeden Ankömmling, wel­cher Lebensart er sich auch gewidmet habe, allemahl solche Lectionen ange­wiesen werden können, die ihm in seinem künftigen Stande nothwendig und vortheiihaft sind, mit Ausschließung der unbrauchbaren Dinge. ES steht daher den Eltern frey, sich die Lektionen, die sie noch der festgesetzten «t für ihre Kinder nicht für nökhig erachten, zu.verbitten. Jnsonder- für diejenigen, welche nicht studieren, und dennoch Vie Schule durch­gehen wollen, gesorgt worden, daß sie, ohne sich mit unnüzlichen Dingen ayfzubalken, gerade dasjenige erlernen können, was sie in ihrer künftigen Lebensart vorzüglich gebrauchen, und um welcher willen sie die Schule ei- SMlich besuchen.

III) Die Lectrörreir selbst. Alle vernünftige Schul - Lehrer stim- NM schon längstens darinnen überein, daß Kinder, selbst in den untern Klaffen, nicht bloß Sprachen, sondern auch Realien zur Aufklärung ihres Verstandes lernen müssen Auch hierinnen sind solche Veränderungen ge- rrMnworden., . wodurch diesen Zoderungen ein Genüge geleistet wird.