Ausgabe 
7.11.1775
 
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)6o Wochenblate.

ei"« R-g-l ^e gar keine Ausnahme leidet. Denn wen» z. B. -in Freund, den ich durch Miöttauen beleidigen würde, mich versprechen lcist, nichts von dem zu entdecken, was er mir offenbaren will, mich naher zu einem strafbaren Unternehmen verleiten will; so muß ich zwar alle mein« Mühe anwenden, »hn davon »abzubringen; wenn ich aber meinen Zweck nicht errei­chen kann, und auch kein ander Mittel habe, .sein Vorhaben zu verhin­dern, so ist es nur erlaubt, das Geheimnrßzu entdecken. Denn ich konn­te nicht glauben, Has.mein Freund fähig seyn 'würde, etwas zu unter» nehmen, was einem rechtschafnen Mann unwürdig wäre; und Häher habe rch mich nur m so fern Stillschweigen tanhciscl-ig gemacht, als ich voraussetzte, daß er mir lerne unedle Absichten mitzurheilen chatte. Ue* berjieö ^st bekannt, alles Versprechen wrHex die Lrßere Pflicht: mchtrgrst. Wenn ich also versprochen habe, ein strafbares Mterneh. men nicht zu entdecken, so ist dies meinen ersten Wichten zuwider, nemlich dem Gesetz der Narur, welches alle Menschen verbindet / sich so viel mög­lich allen bösen Unternehmungen zu widersetzen, und alle böse Handlungen zu vermeiden; daher ist ein jedes Versprechen, daS Diesem Gesetz zuwider ist nichtig, und man-ist kemeswegeS verbunden es zu halten. Man kann hieraus und aus so vielen Beyspielen der Geschichte sehen, wie gefährlich es ist, Geheimnisse tmes andern auf sich zu .nehmen, zumal solche die das Interesse des StaarS betreffen. Wer klug-und weise ist, wird sich daher allemal hüten, an den Geheimnissen anderer Antheil zu nehmen. Man darf deswegen nicht einem wahren Freunde einiges Vertrauen versagen«, wenn er uns sein Herz entdeckt. Ich setze voraus, daß dieser Freund weise und tugendhaft ist, und dann wird er uns nichts entdecken wollen, was höhe­re Pflichten uns bekannt zu machen , verbinden. In diesem Fall hat daS Gesetz der Geheimhaltung alle Kraft, und man muß lieber alles verlieren, als dasselbe verletzen.

Avertiffemenr.

Nachstehende Güther Stücke, als4 Morgen 19 Ruthen irSchuh Acker auf dem Pfuhl, neben Herrn Cammerrath NeinemerS Frau Wittib gelegen. 100. Ruthen $ Schuh Acker, auf der Hohleich, neben Johann MelchiorPlock und Herrn von Oienhausen. i97Ruthen 14 Schuh Acker daselbst, neben Herrn lCapitqin Busch und Balser Schmidt, r Mor- . .. gen