Ausgabe 
6.6.1775
 
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W-chenölate.

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so febr Mode war, als in unferm Jahrhunderte der Leichtsinn und die Coquetterre. Den Herrn Seillant beunruhigte das Vergnügen, daS seine tugendhafte und gefühlvolle Gattin empfand, die Werke ihres Liebhabers zv lesen, die dre Zärtlichkeit, die sein Herze ihr zu danken hatte, chm eingab.

Cabestan wurde von einigen Vertrauten deS Herrn von SelUanl er­mordet, dieser fand aber feine Racke nur halb befriediget, wenn er sie nicht über Den Gegenstand erstreckte, der ihn zu dieser schrecklichen Handlung verleitet hatte.

Er ließ feiner Gemahlin daS Herz ihres Liebhabers unter der Gestalt einer ihrer Lieblingsspeißen vorsetzen > Die Unglückliche wurde durch Den SG-ln betrogen, und nährte sich mit einem Herzen, dessen sanfte Empfin­dungen sie lo sehr verebt t hatte. Ihr Gemahl entdeckte ihr hierauf seine sinnreiche Rache. Erstaunen und schrecken waren Die ersten Empfindun­gen ihrer Seele. Ader sie sammlet bald alle Standhaftigkeit wieder, de­ren sie nur fähig war, und gab ihm mit einem männlichen Muthe zur Ant­wort:ES ist billig, daß zwey Herzen die so genau mit einander verbun- Den waren , wie Cabestan seines und daS meinige, und die es so seht ,, zu seyn verdienen, auch aufewigunauflöslich vereiniget werden." NicktS soll,mehr die Vereinigung trennen, Deren Urheber sie (jnD, unD ick will für d'en Cabestan sterben, da Cabestan für mich starb. Sie versagte fick von diesem Augenblicke an alle Nahrung, und folgte, ohne ihrem Gemahl zu verbuchen, wenige Tage darauf.,ihrem Geliebten, dessen Bild ihr letzter Gwanke, und dessen Nähme das letzte Wort war, daS auf ihren Lippen schwebte.

_____ Dieser Zug hat vielleicht dem Gemahl der Gabrielle de Vergi Gele­genheit zu ein m ähnlichen Verbrechen gegeben. Er war nicht weniger stkasbar als Herr von Seillant,-wcil, wie man versickert , Die Flamme des Coufli, des Liebhabers Der Gabrielle, eben so rein wär, alS die Liebe oeö unglücklichen Cabestan.

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Nackdeme des verstorbenen Berg Infpectoris Müllerszu Thal Itter Fürst! Heß-schen Amtbs Vöhl, nackgelaßenes ansehnliches Gukh, zu er- fagteM Itter, bestehend in Gebäuden, P5ärthen, Rottländern, Acker­land, Wkeßeii, Wüstungen, Hüthen, und Trieschen, ständigen Zinßen, undGesgllen, Diensten, Fischteichen, Zehenden und Psächtm, conkrahir-