Ausgabe 
6.6.1775
 
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KUH Wvchtiik lalk.

Drey und Zwanzigstes Stück.

Dienstags den Junü i77f*

Mit Hochfürstl. Hessen Lal-mstadtischer gnädigster Erlaubniß. ....... ..........................................................FX....... ......I l..

Ein Brief.

ist an sich eine leichte Waare, ungefeyr wie Blonden. Auch die 2?) schönsten sind nur gut zum Neglige, werden weggeworfen, wenn sie einmal getragen sind; schlechte, grobe taugen gar nichts.

Von dieser Gattung sind die witzige Fabrikaturen unsers Verfassers. ES ließ' sich eine grose Musterkarte davon machen, wenn eS sich der Mühe lohnte.

Im Merz hat sich Werther eine Ader öffnen, ein Messer durch daS Herz bohren, und dem ersten, dem besten seinen Degen durch den Leib rennen wollen. Im Oktober will er sich die Brust zerreißen, und das Hirn einstofen. Warum schon wieder? Daß man sich fo xou nig seyn kann. 2(cb die Liebe und Freude und wärme und WsrIB ne / die ich nicht hinzu bringe, wird mir der andre nicht geben, und mit einem ganzen Herzen von Seligkeit werde ich den andern nicht beglücken, der kalt und krafrloslvor mir steht.

Die tolle Brust und das arme Gehirn ! Eben so leicht hatte sich Werther auch die Nase abschneiden sollen, weil sie seinem Geruch , und die Ohren, weil sie seinem Gehör so wenig seyn können. Kann ein Mensch Z sich