Ausgabe 
5.9.1775
 
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Wochenblatt 28)

sie lange durchgearbeitet hat, macht solchergestalt das Getränke klärer und reiner, und verhütet, daß eS nicht sauer wird; denn wer frisches Bier, das noch nicht gegohren hat, trinkt, der wird bemerken , daß es ihm nicht lange darnach sauer aufstößt, Buttelbier, das im Göhren ist gchemmet und in Bouteillen mit langen Halsen, die man vest verstopft hat gegos­sen worden, giebt viel Luft von sich, sprengt oft die Bouteillen und dehnt die Eingeweide aus, denen es sowol, als den Nieren, schädlich ist. Las Gahren ist eine mißliche Sache bey allem Biere, und es kommt vicl dar­auf an, wie warm das Bier ist, wenn die Hefen hinein gtthan werden. Es wird heiß gegohren, wenn die Hefen in das Gebraue kommen, indem solches noch heiS ist, davon wird das Bier sehr fein, klar und stark, und behält den Schaum langer im Glas, aber es verursacht Sodbrennen, oder auch heftige Kopfschmerzen. Kalt gegohren wird das Bier, wenn man die Hefen hinein thut, nachdem eS ganz kalt ist. Das wird nie gern recht klares Bier, und wenn man es in einem Gefäß ein wenig in ein war­mes Zimmer fetzt, so fangt eS etwas zu gahren an, und fetzt die Hefe zu Boden. Dieses verursacht wenig Kopfweh, und treibt stark, aber der Hefen schadet dem Magen. Lau gegohren heißt, wenn die Hefen da hin-' ein getban werden, wenn das Bier unten laulicht, aber oben mit einem kalten Ringe fühlet. Dieses xvird das beste pnb gesundeste Bier.

Äusser allem diesem muß Bier, was gut bleiben soll, auch aus gu­tem Malz gebrauet seyn. Am Feuer gedörreteS Malz giebt braunes und nicht so schmackhaftes Bier. Das Bier muß auch wohl gekocht haben, wenn es unsirm Leibe wohl bekommen soll. Man muß es weder zu frisch, noch biS auf die Neige trinken , damit die l defen nicht den Magen be­schweren und Durchlauf oder Kolick verursachen. Besonders müssen die, welche vom Steine oder Podagra geplagt sind, sich sehr dafür in acht neh­men; denn das frische Bier verursacht viel Wmd, und dehnet die Einge­weide aus; wenn solche einmal zu sehr ausgedehnt sind , so bekommen sie nie ihre vorige Starke wieder. Wer frisches und unqegohrneS Bier trinkt, und dazu noch etwas isset, das Blähungen verursacht, der wird eine un­ruhige Nacht haben. Sehr bitteres Bier dämpfet die Lübeslust/ trocknet den Körper aus, macht ihn mager und bereitet ihn zur Waster«" und Wind­sucht. Zu starkes Bier macht den Körper seist und schwer, und am Ende auch schwerem Othem. Sauer Bier macht Magensäure, Bleichheit, Kolick und Milzsucht.

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