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Machen blaer 245

üls wenn er fürchtete sie zu verliehrem, Seine frölichen Reisegefährten ka­men auf ihn zu - Wie es ihm schwer wird von der Braut zu kommen! spotteten sie - Du mußt nun reisen, Wilhelm, sagte ihm Röschen heim­lich, oder ich nehme dich gewiß und gewiß nicht, das wäre nun ein ewiger Schimpf für mich und dich. - Also blieb es bey der Reise.

Röschen erhielt sehr oft Briefe von ihrem Wilhelm , der in der Schule ganz artig schreiben gelernt hatte, aber doch von Röschen darin übertroffen wurde, weil diese von ihrem Bruder dem Cantor bessern Un­terricht gehabt.

Der letzte Brief, den Röschen von Wilhelmen bekam, war fol­gender: -' - '

Gott zum Gruß,

Herzlichstes Rüschen. Ich thue dir zu wissen , daß ich! Gottlob gesund bin, und wünsche daß du auch recht gesund und frisch seyn magst; und ich kann nicyt unterlaßen an dich zu schreiben, weil Hans Reinkemeyer nach Hause geht, und er den Brief mitnehmen kann. Ich wollte wohl mitgekommen seyn, weil mich recht verlangt nach dir zu kommen, und dich zu sehn, aber ich habe noch bald auf drey Wochen Arbeit, und die darf ich nicht verlassen, bis alles fertig ist, oder ich muß mir viel von meinem verdienten Lohn abziehn lassen, und es läßt auch nicht gut, wenn man die Arbeit nicht endigt, und alle meine Cammeraden würden dich und mich vexiren, daß ich diese Zeit nicht hätte abwarten können um dich zu sehn, denn sie wissen wohl, daß ich dich von Herzen lieb habe , und es ist auch wahr, das weißt du auch wohl, aber ich muß doch darum ein rechtlicher Kerl seyn, denn sonst hast du mich nicht lieb , und das wollte ich um aller Welt willen nicht haben. Freytag über drey Wochen aber so gebe ich mit Gottes Hülfe, mit Hans Belten, und Peters Ludke und DossenS Erdmann von hier, und denn komme ich den Montag Abend zu Hause, denn ich werde unterweges nicht lange säumen und spreche gleich bey dir vor. Bleib nur hübsch bey der Hand, daß ich dich gleich finde. In Hol­land ist es wohl gut, aber doch nicht so gut als in unferm Dorfe, und daß man sich hier einen Muffen heißen lassen muß, das ärgert mich zuwei­len rechtschaffen. Ich habe hier wohl tausend wackere Mädchen gesehn, aber keine ist doch so flink und sieht so gut aus als du. Mache du es nur bey demem Vater aus, daß gleich nach der Erndte unsre Hochzeit ifl>

Hh - denn