Ausgabe 
17.5.1774
 
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Giesser Wochenblatt. Zwanzigstes Stück- Dr'mstagsdm 17. May <774.

Mit Hochfürstl. Hessen Dannstäd,sicher gnädi-Aer Lrlaubmß.

/?Xie Gütigkeit soll heute der Vorwurf meiner Betrachtung sein, und ''S ] der °innbalt des gegenwärtigen Blaks. Ich will darin einen Unter« 5XJ M)ei0 machen, zwischen derjenigen , die sich in freiwillig erzeigten Wohlthaten äusert, aus einer vernünftigen Wahl und Ueberlegung ent« springet; und von einer edlen Grosmukh der Seelen, die im Gutes thua ihr Vergnügen sucht, zeuget- und derjenigen , die sich blos dann ausert, daß man in alles williget; die uns zu Lcklaven von den Willen und Ei« aensinn andrer, ja zu blosen Werkzeugen und Machinen macht; und die man vielmehr eine Zaghaftigkeit des Gemüths nennen solte. Die erste ver­dienet verehret und gepriesen zu werden: Die andre ist lächerlich und mitlei« denSwürdig. Ich will meinen kesirn ein Exempel von beiden geben, um Sie Sacke in «in Helles Licht, als möglich ist, zu setzen. Zran; Sor- acnlss ist einer von den gutherzigsten Leuten in der Welt: Er ist jeder« manS freund, und hält hinwieder einen jeden für feinen Freund : weil et selbst ehrlick ist, und keine Tücke heget; so beurkheilet er andre nach sich selbst: Und aus diesen irrigen Grundsatz i i er nicht im Stande jemals Nein zu sagen - Fodert von ihm die ungereimiesten und unbilligsten Dinge: Er wird in alles willigen.

Seine Eitern hatten ihn bei einen vornehmen Handelsmann in di« Lehre gegeben, und schickten ihm jährlich so viel Geld, oasi er hatte reick«

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