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Igo Wochenblatt.

tigkeit geknüpft werden müsse. Die Liebe wird umsonst das Ehepaar krö­nen , wenn ihrer Zärtlichkeit der Mangel drohen sollte. Die schmeichleri­schen Träume einer beständigen Glückseligkeit werden bald verschwinden, und an statt derselben die widrigsten Vorstellungen gar zeitig sich einfinden. Alle Tage würden nach durchgewachken Nachten die Sorgen vermehren- die Thränen würden auch in dem Ehebette nicht ausbleiben, und die zärt­lichste, sonst so tröstlichste Liebe würde nur das Ungemach dadurch vergrö­ßern, daß ein jedes vielmehr seinen eigenen Kummer, als die Mühselig­keiten seines Geliebten, ertragen könnte.

Doch wäre es ungleich besser, Belinda, diese tugendhaften Sorgen zu erfahren, als Ihren Reiz für einen schnöden Gewinn zu verkaufen, und einen Unwürdigen, den Sie verachten und hassen, wegen des eitlen Glan­zes eines unbrauchbaren Reichthums zu heirathen. Diejenigen Mädchen sind die verächtlichsten, die nicht so sehr der Wollust , als dem Geize zum Raube werden; und solche erkaufte Beischläferinnen, maßen sich des wür­digen Namens einer Ehegattin mit Unrecht an.

Selbst bei der glücklichsten Wahl, wenn Ihnen der günstige Him­mel, nebst dem benöthigten Auskommen, auch eine gleiche starke Liebe wird bescheret haben , müssen Sie noch nicht glauben, daß alles da sei, wenn man einen solchen Ehegatten hat. Die rechte eheliche Glückseligkeit muß noch erst erworben werden. Sorglose Schönen erfahren oft mit ihrem Schaden, daß sich der Liebhaber bei dem Ehemann verlieret. Nur Zärt­lichkeit kann ihn anziehen; nur sie und Tugend können sich seiner versi­chern Lassen Sie unermüdet ihre Klugheit in der aufmerksamsten und zärtlichsten Sorgfalt für ihn bestehen, und alle Ihre häuslichen Pflichten nur fein Wohl zum verbindlichen Gegenstände haben. Wenn er Ihnen auch das Haushaltungsscepler zu führen befiehlt: so lassen Sie Ihre größte Ehre nur darinnen bestehen, daß Sie seinen Beifall erhalten. Wird alio die Anmuth alle häuslichen Geschäfte erleichtert haben: so wird auch der Ehemann allezeit seine Liebste in der Ehegattin finden , und das runzlichte Alter wird herannahen , ehe seine Augen des Verlustes einiger Schönheit gewahr werden. Seine zärtliche Flamme wird selbst bei Ihrer kalten und ihm gcheiligten Asche brennen.^