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ioi Wochenblatt.

Liebe verpflichtet mich so viel Gutes andern Menschen zu erzeigen, als ich ihnen nur erzeigen kann: und daher denjenigen mehr als andern, denen ich mehr erzeigen kann.

Und durch welche mir vorzüglich Gutes Wiederfahrt. Die Dank­barkeit gegen Gott verpflichtet mich, sie als die Mittelpersonen seiner Wohl- ihaten gegen mich zu lieben. Und der mein Herz erschuf, erschuf mit Liebe des WohlthäterS.

Und gegen meinen Feind und Widersacher bin ich vorzüglich ange­wiesen, Liebe zu üben, das Böse mit Gutem zu überwinden, und ihn Durch Wohlthaten zu gewinnen. Liebet eure Feinde : segnet / die euch fluchen: thue wohl denen, die euch hassen, a) Ich weiß aus Erfahrung, durch was für Kämpfe diese Pflicht oft bei mir hindurchgehn muß. Ich will sie mir daher ganz besonders eindrücken.

Zuerst das Wort: So viel an tucb ist / haltet mit allen Menschen Friede: b) die Pflicht, mich aufs möglichste zu hüten, ir­gend Jemandes Haß oder Unwillen gegen mich zu erregen. Und daher die Pflicht, so viel nur ohne Verletzung der Wahrheit und Tugend ge- jchehenkann, mich in andre zu schicken: in ihre Begriffe, Meinungen und Gesinnungen : nie eigensinnig die meinigen gegen sie durchzusetzen; sondern Nachgeben, Gedult und Verträglichkeit zu üben. O Gott! dar- zu ist mir Demuth besonders nöthig. Habt einerlei Ginn unter em- ander: und (zu dem Ende) haltet euch nicht selbst für klug, c) Schenke mir Demurh.

Und hiernachst Ganftmuth gegen meine Feinds. Nichts rücke mir die Pflicht aus den Augen, ihr Unrecht, so lange es seyn kann, zu ertra­gen, demselben gar nicht zu widerstehn , und, wenn ich ihm widerstehn muß, es aufs gelmdeste zu thun: dabei wider allen Zorn in meinem Her­ren zu arbeiten: ihre mir zugefügte Beleidigung möglichst zu entschuldigen: und daß sie mir nicht ohne Gottes Zulassung wiederfahren ist, zu erwä­gen: mit David zu sagen: laß ihn fluchen / der Herr hat es ihm geheißen d)

Ja a) Match. 5, 44. b) Röm, 12, i$. c) Röm. u, 16. 17.

d) r Sam. 16, ix.