Giesser
Sechs und Zwanzigstes Stuck.
Dienstags dm 2-. jfumt 177$.
Mit Hochfürstl. Hessen Darmstädtischer gnädigster Erlaubnis.
Von dm Tugenden gegen andre Menschen.
jedermann soll ich lieben: und will ich lieben. Aber ich bin nicht bem- «V fen, Jedermann gleich stark zu lieben.
Zuvörderst kann ich nicht unterlassen, den rechtschaffen, den frommen Menschen mehr zu lieben, als den lasterhaften. Gott liebt ihn mehr: und ich bin auch angewiesen vorzüglich die Brüder zu lieben. ♦) Sd weiset Paulus den Philemon an, den OnesimuS nunmehro mehr und starker zu lieben. ♦♦) Meine Freude an der Tugend könte nicht ihre gehörige Größe haben, wenn ich nicht diejenigen vorzüglich liebte, welche Tugend haben.
Und die vorzüglich andern Menschen nützlich sind. Nach dem allgemeinen Wohlwollen, das mich beleben muß, kann ich nicht unterlassen, sie wegen des Guten zu lieben, das durch sie andern wiederfahrt. Und daran soll mich keine Untersuchung der Bewegungsgründe hindern, auS welchen sie solches thun mögen.
Und denen ich vorzüglich nützlich zu werden Gelegenheit habe: einen jeden, der meiner Liebe vor andern bedürftig und empfänglich ist. Die
C c Liebe
•) 1 Petr. 2, 17. **) Philrm. -6, 17»


