Ausgabe 
26.1.1773
 
Einzelbild herunterladen

Si-ss-r WochctSlatL

Viertes Stück.

Dienstags den r<k. Januar. -77;.

Mit Hochfürstl. Hessen Darmstädtischer gnädigster Erlaubnis.

Von dem vorurtheü ob die Anatomie ehrloß mache.

i^MAas verherrlichet wol mehr die unendliche Macht, Weißheit, und Güte deS Schöpfers, als der künstlichste Bau unsers Cörpers» betrachten wir alle andere Geschöpft neben uns mit Aufmerksam­keit, so werden wir auch schon in Ansehung unsers materiellen Theils unS immer als die edelsten und vollkommensten unter denselben finden.

Unser Cörper ist auf die allerkünstlichste Weise gebildet; alle seineBe- wegungen geschehen nach gewissen Regeln und also mechanisch, aber so wie eine Repetiruhr von John Ellicot leichter Schaden leidet als die Gießische Speckuhr, so kann auch leicht wegen eben dieser Kunst, wegen dieser erstaunenswürdigen Menge und Feinheit der Theile in dem Cörper des Menschen etwas verletzt werden. Den unmedicinischen Leser verwei- ßen wir aus die Lramerische Andachten und Betrachtungen wo er eine Abhandlung über den kunstvollen Bau unsers Cörpers finden kann, die er nicht anders als .mit Vergnügen und frommen Empfindungen le­sen wird.

So bald nun an dieser künstlichsten Maschine etwas gehindert oder gar zerstöhret wird , so empfinden wir jenes Unangenehme das wir Krankheit nennen, und die wir auf keine andre Weise, und auch nicht

D eher