Wochenblatt. r6z
nach der Scheidung heyrathete sie Heinrichen, Herzog von der Normandie, Grafen von Anjou, und nachgehends König von England, der mit ihr Poitou und Guyenne zum HyrarhSgut erhielte Daraus entbanden die Kriege, die Frankreich drcyhundert Jahre lang verheereten. Mehr als vrey Millionen Franzosen kamen um , weil einem Erzbischöfe lange Haare zuwider waren, weil ein König seine Haare abgeschnitten und seinen Kopf geschoren hatte; und weit er seiner Gemahlin mit seinem kurzen Haar und geschornen Kinne lächerlich vorkam.
Franz I- der an dem Tage der Erscheinung im Jahr izLr. durch einen Feuerbrand verwundet ward, den man unvorsichtiger Weise aus einem Fenster warf, sah sich genöthiget, sein Haar abzuschnelden. AuS Furcht, mit der Kappe, die man zu dieser Zeit trug, dem geschornen Kopf, und ohne Bart, einem Mönchen gleich zu sehen, verfiel er darauf, einen Hut zu tragen, und seinen Bart wachsen zu lassen. Demnach wurden lange Barte noch einmal Mode, und blieben es unter den Regierungen Heinrichs II. Franz II. Laris IX. und Heinrichs III.
Im Jahr r fr6. konnte Franz Oliver / der nachgehends Kanzler ward, nicht zum Maitre de Lequets im Parlement angenommen werden, ohne den langen Bart abgeschoren zu haben, wenn er beiden Processen wollte Beistand leisten. Als Peter Lench im Jahr 1556. zum Kanonikat von unsrer lieben Frauen zu Paris kam , machten die Kanonici ziemlich lange wegen seines langen Bartes Umstände, endlich gaben sie doch nach / daß er, ohne ihn abzuschneiden , konnte ausgenommen werden, ob es gleich wider die Lirchenstatuten war. Diese Heyden Beyspiele beweisen, daß damals alles in Frankreich lange Bärtt trug, die Geistlichen und obrigkeitlichen Personen ausgenommen. Es muß was sehr ergötzendes gewesen seyn, sagt der Abt von St Real: alle lustigevnd kriegerische junge Leute an dem Hofe Franz I. mit so langen Bärten, als sie nur haben konnten , zu sehen; unterdessen daß die Herren von der grand Chambre so beschoren waren, als es hernach die Lieblinge Heinrichs III. waren ♦). Der Abt von St.Leal irret sich: die Herzoge von Xoyeust, d'Eper- non, Quelles und St. Maigrin, nebst andern Hofleucen oderLleb-
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*) In feiner Abhandlung über den putzen der Geschichte im zten Discours.


