Ausgabe 
25.5.1773
 
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,6L Wochenblatt-

vsn Chalons, der von dem Richard/, Herzog von der Normandie war überwunoen worden , kam und warf sich ihm zu Füßenmit einem Sat­tel auf dem Rücken,, zum Zeichen,, daß er sich ihm gänzlich unterwürfe: mir seinem langen Bart/ sagt Die Chronik,- hatteer mehr das An­sehn einer Ziege/ als eines Pferdes-

Gegen das Ende des eilften Jahrhunderts erklärte der Erzbischof von Rouen den. langen: Haaren den Krieg ; verschiedene Bischöfe machten gemeinschaftliche Sache mit ihm , und in einer Kuchenversammlung im Jahr 1096. ward ein Gesetz gemacht: daß diejenigen/ die lange Haa­re trügen/ ihr ganzes Leben lang aus der Rirche sollten ausge- fchlojftn werden / und daß man nach dem Tode nicht für sie beeen sollte. Dieser. Schritt hatte auf verschiedene Gemüther verschiede­ne Wirkungen; er veranlassete so viele Unruhen, Jnvectiveu und hitzige Streitigkeiten auf verschiedene Jahre , daß die Gegenpartey sich ebenfalls ihrer. Märtyrer für disse. Sache, rühmen, kann..

Um das Jahr.ny6. hielt es Ludwig VIL auf Vorstellung des berühmten Peter Lombardi/ der. nachgehends Bischofvon Paris wur­de, für eine Gewissenssache, ein Beispiel Der Unterwerfung gegen Die Befehle der Bischöfe wegen des langen Haares zu geben;, er schnitte nicht dies nur kürzer, sondern schor sich auch Den Bart. Eleonora von Aquitanien, eine lebhafte, flüchtige und scherzhafte Prinjeßinn , Die er geheyrathet hatte, spaßte mit ihm wegen seines kurzen Haares und ge- schornen Kinnes: er antwortete andächtig:: daß mit solchen Dingen nicht LU scherzen wäre Wenn eine Frau einmal anfängt, ihren Mann lächer­lich zu finden, so macht sie sich selten aus der Unkeuschheit ein Bedenken, wo sie die gerinafle Neigung dazu bey sich findet. Eleonore hatte an der Liebe und Den Bemühungen des Prinzen von Antiochien ihr Vergnügen. Ludwig VII. ward es gewahr, und bereitete es , daß er sie mit nach Syrien genommen. Auf seiner Rückreise aus Dem Kreuzzuge, machte er ihr Die bittersten Vorwürfe; sie antwortete mit vielem Trotz, und schloß damit, daß sie ihm eine Scheidung vorschlug, und setzte hinzu : daß sie wohl dazu zu kommen wüßte; indem mau sie hinrergangen / da sie einen Prinzen M heyrathen geglaubt, und nichts dann einen Mönchen bekommen, hatte. Unglücklicher Weise nahm das Misver- siändnitz unter ihnen zu, und die Che ward aufgehoben.. Sechs Wochen nach