Ausgabe 
23.2.1773
 
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M-chenblatr.

Obwol Man im Reiche der Wissenschaften über diese gekrönte Ab­handlung eine geringe Zufriedenheit spühren liesse und die Gründlichkeit der­selben nach allen Kräften zu bestreiten suchte, so hat doch der berühmte Herr RrieD. Carl von Moser, einer der gewissenhaftesten Staatsgeiehrten unsrer Zeiten, das sreymüthige Zeugniß vor der Welt abgeleget, daß der sehr wohl bekannte Verfasser erwähnter Abhandlung viele so starke Wahrhei­ten in derselben gesagt habe die zwar bitter aber doch immer Wahrheiten seyen.

Der Fehler lieget nicht an denen Wissenschaften, sondern daß man solche auf hohen und niedern Schulen mit allzuviel Unnützem ganz beschwe­ret, hingegen den Unterricht in den nützlichsten und nöthigsten , wie die ökonomische Wissenschaften sind, gänzlich unterlasset, mithin die Jugend hindert dereinsten so nützliche Mitglieder der menschlichen Gesellschaft zu werden, als es bey einem klügern Unterricht möglich werden könnte.

Ohne diese Wissenschaften (man halte die Widerholung zu gut) kann niemand fähig seyn einem Staat als Fürst, Minister oder als eine andere obrigkeitliche Person vorzustehen, denselben aus seinem Verfall her- auszuziehen, oder in erwünschtem Wohlstand zu erhalten.

Denn wer hiezu tüchtig ftyn solle, der muß von der bestmöglichen Einrichtung deö Landbaues, auf dessen Vollkommenheit die Wohlfahrt eines jeden Staats beruhet, die gehörige Wistenschaft besitzen und kraft Vieser die hiezu nöthige Befehle und Vorschriften erkheilen und ob solchen nachgelebet werde die gehörige Einsicht nehmen können; er muß ferner ein# sehen wie durch Einführung aller noch angehenden aber höchstnöchigen Künste und Profeßionen Nahrung und Arbeit vermehret , Städte und Länder vorkheilhast bevölkert, und also eine Handthierung durch die an­dere ins Leben gebracht und allem dem vorgebogen werden mag, was dem Aufnehmen der Bürger und Einwohnerund also dem gesamten Staat Schaden zufügen kann. Diejenige, welche etwan meyncn möchten daß zwar die Kenntniß der Staatswirthschast nur denjenigen hohen Ministern und Rächen nöthig seye, denen die Verwaltung weitläufiger Monarchien und Fürstenkhümer anvertrauet wäre, und hingegen andere obrigkeitliche Personen in den kleinen Staaten solche wohl entbehren könnten , weil de­ren Verwaltung keine große Kunst erfordre, die irren sich sehr; massen es gewiß