Ausgabe 
22.6.1773
 
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Wochenblatt.

Fünf und Zwanzigstes Stück.

Dienstags den 22. Ilmii 177z.

Mit Hochfürstl. Hessen Darmstädtischer gnädigster Erlaubnis.

Von der Andacht.

tvergnügt und zufrieden zu seyn , ist das allgemeine Verlangen der Menschen. Der gute Schöpfer hat diesen Trieb tief in unö ge- £3 prägt, und die, welche sich durch ihre eigne Schuld in Unruhe bringen, handeln nach diesem Naturtriebe. Nur sie wählen unrechte Mit­tel zu ihrer Ruhe zu gelangen, darum suchen sie dieselbe und finden sie nicht.

Was alle Güter, Bequemlichkeiten und Ergötzungen der Welt nicht ausrichten können, das thut die Andacht; - sie macht das Herz ruhig und freudig. Denn für gute edelgesinnte Seelen, kann wohl nichts erquickender seyn , als ihre Betrachtung auf das größte und beste Wesen, auf ihren Schöpfer, Vater und Erlöser hin zu wenden , und sich mit ihm, der allein ihrer höchsten Liebe und Bewunderung werth ist, zu unterhalten. In diesem Umgänge mit Golt, dringen sie immer tiefer in die Erkenntniß seiner Herrlichkeit und Größe; die Weisheit und Güte in leinen Wegen und Werken wird ihnen offenbarer; das Andenken an Die Wahrheit seiner Verheissungen wird ihnen erneuert. Dieß ist ihnen Die Quelle der reinsten und edelsten Freuden.

Eben so empfinden Christen die angenehmste Stille und Ruhe, ja oft eine ausserordentlich lebhafte Freudigkeit, wenn sie im Gebete vertraulich mit Gott reden, ihn Vater und Freund durch Christum nennen, und ihm ihre Anliegen mit der Zuversicht offenbaren, er werde alles wohl machen.

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