z Z4 Wochenblatt.
Jrrchümern und Vorurteilen seyn dürfen- welche ihr Leiden vermehren, und sie verhindern können so nützlich zu seyn, als sie es seyn könnten.
Wie soll man es aber anfangen, um einen so schädlichen Jrrthum vom Lande zu verbannen? Wie wird man eine blos nach der Gewohnheit lebende Bauermn anhaiten können, eS anders zu machen, als Nachbarinn, und gegen den Rath ihrer Wehemütter zu handeln? Man würde ost die Zeit unnütz mit ihnen verplaudern: Man würde auch zu viel zu thun haben, wenn man allen Bauerinnen besonders vorpredigen wollte. Ich sehe also kein anderes Mrtttbübrig als dieses, daß diejenigen, die dieses Nebel aus Unwissenheit verursacht haben, es ms künftige verhüten. Fm-lich aber werden sie sich ohne obrigkeitlichen Befehl, welcher sie nöthigte, Frauen, welchen sie in ihrer Geburtsarbeit beystehen, bald nach ihrer Entbindung ihr Kind anzulegen, nicht dazu bereit finden lasftn.
Wenn man einer jeden Amme einen Unterricht in die Hände gäbe, in welchen man ihr ihren Fehler, und die Nothwendigkeit ihn zu verlassen, zeigte; so wäre es rathsam, denen Aerzten, ja auch denen Wundärzten der umliegenden Gegenden, eines jedweden-Ortes aufzutragen, über Die Ausführung des denen Hebammen aufgetragenen Unterrichtes, und Befehls zu wachen, und der Obrigkeit des Ortes davon Rechenschaft ab- zuiegen. Auch könnten die Pfarrer zu Vernichtung dieses Jrrthums vieles beytragen, wenn sie eine dergleichen Instruction ihren Pfarrkindern öffentlich voriäsen. Wenn aufgeklärte, und zu beobachten fähige Perso. nen, welche einen Theil des Jahres auf dem Lande zubringen, auch ihre Musse dazu anwenden wollten, die Bäuerinnen zu besuchen; so würden sie dadurch Gelegenheit finden, ihnen nützlich zu seyn, indem sie sich bemühten, sie von einer Menge von Jrrchümern, welche ihr Glück und ihre Gesundheit verschlimmern , zu befteyen. Hier folget eine dergleichen Nachricht, welche denen Hebammen und Pfarrern zum Unterricht gesendet werden könnte:
VAachricht an die Hebammen aufbem Lande.
Es ist klar dargethan, daß der Gebrauch der Frauen, ihre Kinder Mcht gleich in den ersten Stunden nach ihrer Entbindung anzulegen, die Ursache der Schmerzen sey, welche sie leiden, wenn sie alsdenn zu trinken geben; ja, daß die Kinder ebenfalls dadurch leiden, weil die Milch, welche zwey Tage hindurch in den Brüsten, ohne ausgesogen zu werden, geblichen, eine üble Beschaffenheit erlanget: Da im Gegencheil die Milch, welche


