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Wochenblatt ifr

weiten Hosen der Schweizer an, und die jüngern erdachten die Tro- vsses /> die eine Art von kurzen und aufgeschlagenen Beinkleidern wa-' ren , die nicht weiter als bis auf die Mitte des Schenkels herab- ' rechten, und mit einem halben Weiber-Unterrock bedeckt waren. Eben so kleidete man sich unter Heinrich II. Franz II. Lari IX. Heinrich III. und Heinrich IV. durchgängig so, wie itzt die Läufer, nur den kleinen Mantel ausgenommen, den diese nicht tragen, und ausserdem trug man < noch kleine Mützen, in welche die Wappen gewirkt waren. Bey dem Kriegesheere trug man über diese Mützen liefe Helme, die den größesten * Theil des Kopfs bedeckten; am Hofe und in der Stadt setzte man sie über das rechte Ohr, und das linke Ohr , das unbedeckt blieb, schmückte man mit einer Perle, die als ein Ohrgehenk herab hreng.

DaS Frauenzimmer unter der Regierung Rarl IX. hatte eine hohe Mütze in Gestalt eines Zuckerhutes, auf dem Kopf; oben an der Spitze dieser Mütze war ein Schleyer gebunden, der mehr oder weniger herab- hieng, nachdem das Frauenzimmer von höherem oder geringerem Stande war. Der Schleyer einer Hanvwerkssrau reichte nicht bis unter die Schultern herab; bey eines Ritters Frau hieng er bis an die Erde. Un­ter den Regierungen Franz I. und Heinrichs II. trugen sie kleine Hüte mit Federn. Von der Zeit Heinrichs 1L aber, bis unter Heinrich IV. kleine Hüte und Aigretten.

Unter der Regierung Franz II. machten die Manner die Entdeckung, daß ein großer Bauch ein majestätisches Ansehen gäbe, und sogleich gerie- then die Weiber auf den Einfall, baß breite Untercheile von gleicher Wür­de wären. Demnach trug man falsche Bäuche und falsche Hintere; und diese lächerliche Mode währte drey bis vier Jahre. Das merkwürdigste ist, daß, sobald als sie Platz griff, die Frauenzimmer sich nicht mehr um ihre Gesichter zu bekümmern schienen, sondern sie zu verstecken anfiengenr sie trugen Larven , und man sah sie nie ohne Masken, weder auf der Straße, noch auf Spatziergängen, noch auch auf Besuchen , ja so gar in den Kirchen. Auf die Larven folgten Schminkpflästerchen, und man sagt; daß sie dergleichen in solcher Menge auflegten, daß man das Gesicht kaum kennen konnte. Was die Schminke (rouge) betrifft, so wollen wir anmerken, daß die römischen Kriegsgenerale sich derselben bedienten,

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