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14 Wochenblatt:-

sichet, und diese ist es, die mit gleicher Unbarmherzigkeit die Ueberbleibsel der alten Philosophen, und die neuen Beweise des menschlichen WitzeS verzehret. Man hat dahero vielerlei) Mittel ausfündig gemacht um die­sen nagenden Wurm zu vertilgen. Man hat unter den Buchbinderpap­pen bittere Sachen von Coloquinten, Wermuth und dergl. gemischt; al­lein alles umsonst. Der Erfolg hat gewiesen, daß sich auch die Insekten nach und nach an Dinge gewöhnen, die ihnen erst zuwider waren : Das einzige Mittel dessen man sich mit guten Erfolg sicher gegen Sie bedienen kann, ist ein mineralisches Salz, z. E- Alaun, Salpeter, Arcanum, Duplicatum, u. d. gl. diese find hierzu brauchbar. Wann nun der Buch­binder feinen Pappen und Leim machet, so soll er jedesmal von diesen mi­neralischen Salzen etwas darunter mischen , so wird niemals ein Wurm in die Bücher kommen, und selbige zernagen. Man kann sich auch die­ses Mittels bey Sammlungen lebendiger Krauter zu Nutzen machen, und bedienen. Wollte man sich aber in Ansehung der Salze daran stoffen, daß sie, denen Büchern mit der Zeit, schädlich seyn , und von der Lust feucht werden könnten, so hat man sich dieses nicht zu besorgen, weil es Mittelsalze sind, die keine Feuchtigkeiten aus der Luft anziehen. Um aber das zärtliche Gewissen derer Buchbinder und anderer die mit Pappen um­gehen, auf alle Fälle zu bewahren , so will ich ihnen noch einen Kleister machen lernen, der allen Motten und Schaben wiedersteht, und wohl­feil ist.

Kleister aus wilden Kastanien 311 machen.

Man sammle die wilden Kastanien, wenn sie recht reif sind, lasse selbige auf den Boden trocknen und dürre werden; alsdenn aus der Mühle schroten, so erhält man daraus ein schönes weisses Mehl. Von diesen nimmt man nun so viel als einem beliebet, giesset heiß Wasser drauf, läß es bey gelinden Feuer gelind aufkochcn, und rührec es beständig um, da- nift es nicht anbrenne, so wird daraus der beste und wohlfeilste Kleister, und worein keine Motte noch Schabe kommt.

ES ist bekannt, daß Buchbinder, Sattler und solche Handwerker, die viel mit Pappen zu thun haben, ihren Kleister gemeiniglich aus Rocken­mehl verfertigen (machen). Da nun das Rockenmehl gegenwärtig in ziem­lich hohen Preiß stehet; so wird man mir es Dank wissen, daß ich anstatt des kheuren Mehles, einen wohlfeilen Kleister, ohne Interesse bekannt ge­macht Habe. < & Mir*