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Wochenblatt. fr

VIII. '

Da der Reichthum seine Besitzer gemeiniglich trotzig , unbiegsam, herschsüchtig macht, und ein reiches Land vor auswärtigen Feinden nie so sicher ist als ein armeS; welcher Staat ist wol glücklicher, der, der wenig aber reiche, oder der, der viele obgleich arme Bürger hat? - oder besteht die Glückseligkeit eines Staats in dem grosen Reichthume, oder in der Menge der Bürger?

Wenn es eine ausgemachte Sache ist, daß viele Geburten, bey ei­ner dazukommenden guten Eeziehung der Kinder, den Staat beglücken und die Kirche ausbreiten; durch Pracht und Hoffart aber, die einen un­erschwinglichen Aufwand erfordern, die Ehen am meisten gehindert wer­den; - was ist wol dem Staate und der Kirche nachtheiliger, als Pracht und Hoffart? -

X.

Da kluge Sparsamkeit zu einer guten Haushaltung eben so nöthig ist als geschickte Arbeitsamkeit; sollte man die Jugend nicht zu jener eben so sorgfältig anführen, als zu dieser unterweisen und anhalten?

XI.

sichtet wol irgend etwas mehr Unfrieden in einer Ehe an als die Rechthaberey? - und wo ist die strenge Vertheidigung des Rechts unnü­tzer als unter Eheleuten, wo keines nichts dadurch für sich gewinnet, und immer beyde verlieren?

XII. >..

Eine Frau von Mittlern Jahren, die uns immer sagt, sie scy alt,- waö verlangt die? -

XIII.

Wenn wir die Menschen betrachten, wiesie wirklich sind; mußman sich nicht, zum Preiß der gütigen Vorsehung, verwundern, daß noch Ordnung, Sicherheit, Friede und Wohlstand unter ihnen gefunden wer­den , und daß nicht in allen Ständen die äuserste Zerrüttung herrscht ?

XIV.

Da in derWelt, der doch der wünschenswürdigste Heiland gegeben ist, noch so viel Böses herrscht; was würde sie seyn, wenn kein Heiland wäre?

XV.

Ist es wol eine Schande seinem Feinde liebreich entgegen zu gehn und ihn durch Liebe zn gewinnen zu suchen? .

G - XVI.