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LAv Wschmblate.

Man hat in dm neuern Zeiten entdeckt, daß ein jeder Stern eine Sonne sey, die Licht und Wärme gi>bt, so wie die unserige, und folglich zu einerley Endzwecke bestimmt ist, nämlich gewissen Planeten einen leben­digen und erquickenden Einfluß zu ertheilen. Und da die Erde, auf wel- cher wir leben, mit Einwohnern bedeckt ist; so hat man nach den Regeln der Aehnlichkeiten gar richtig geschlossen, daß auch jene Planeten, die sich um die Sterne bewegen, mit Geschöpfen angefüllet sind. Der Mangel dieser Erkenntniß har die Menschen-zuerst auf die verkehrte und ausschwei­fende Einbildung gebracht, daß sie Oberherren über die ganze Schöpfung, und daß alle Dinge bloß für Sie gemacht waren. Und diese Einbildung ist die wahre Quelle des menschlichen Stolzes. Aus diesem Grunde be­wundern die Menschen sich selbst , als Wesen von unendlicher Wichtig­keit. Sie legen sich selbst göttliche Eigenschaften bey , und sprechen solche allen übrigen Geschöpfen ab. Sie unterscheiden sich von dem Dausen der Thiere, die doch in der That ihre Mitgenossen und Gesellen sind, und maßen sich über dieselben eine Herrschaft und unumschränkte Macht an: Ja sie unterstehen sich, denselben nur eben so viel, und eine solche Art der Fähigkeit und des Unterschiedes zuzutheilen , als mit ihrer eigenen dum­men Eitelkeit am besten üdereinkömmt. Handlungen, die bey ihnen selbst Wirkungen der Vernunft, des Verstandes, der Erkenntniß undWeis- heit genennet werden, müssen bey andern Geschöpfen bloß aus der Na­tur, oder auö einem Triebe, entspringen: Redensarten, die sie nur in der Absicht erfunden, die große Entfernung von der Vollkommenheit, die sie sich in sich selbst einbilden, auszufüllen, indem sie voraussetzen, daß der ganze Rest von Geschöpfen unter einer Nothwendigkcit stehe, nach einer -gewissen und bestimmten Art zu wirken.

Wir wollen einmal annehmen, daß diesem also sey : Was iu denn wohl am meisten zu wünschen? Von der bloßen Natur oder von einem Triebe, oder was einem sonst beliebt, beständig auf einen richtigen Weg gerade zu der Glückseligkeit, der man zu genießen fähig ist, geführet zu werden; oder der Leitung der Vernunft oder eines andern Vermögens überlassen zu seyn, welches, so sehr man sich auch damit brüsten mag, deS Weges neunmal verfehlet, ehe es denselben einmal trist?

Und wenn wir uns selbst, und die Geschöpfe, die um uns sind, un- partcyisch untersuchen, werden wir finden, daß mehr Unterschied zwischen

Mensch