Wochenblatt» - 7s
rausche» nicht so angenehm und stießen nicht so gelinde. Nun liegen die schlafenden Heerden auf ihrer sanften Wolle. Der Mond, Hel! in seinem Glanze steigt den Himmel hinauf. Indessen daß die schweigende Vögel ihre tonreichen G cänge vergessen, singe du das Schicksal der Daphne, und ihr Lob.
Thvrsis.
Sich die Walder an, .welche von silbernem Frost glänzen, ihre Schönheiten sind verwelkt, und ihr Grün ist verlohren. Soll ich hier das süße Lied des Alexis versuchen zu singen, welches die lauschende Dryaden auf die Ebenen rief? Die Themse hört die Töne, als sie porbey floh, und bat ihre Wellen den rührenden Gesang zu lernen.
L^cr'das.
Sanfte Regen mögen ihre fruchtbare Feuchtigkeit geben , und den künftigen Herbst des Feldes schwängern. Fange an, diese Pflicht gab unS die sterbende Daphne. Sie sagte: „ ihr Hirten singt um mein Grab.,, Singe du während dem ich bey ihrem schattichten Grab klage, und ihren ländlichen Sarg mit frischen Lorbeern ziere.
Th yrsis.
Ihr sanften Musen verlaßt eure crystallne Quelle, Nymphen und Waldgötter bringt Cypreßenkränze. Ihr weinende Liebesgötter bedeckt den Srrohm mit Myrtenzweigen und zerbrecht eure Vogen wie bey Dem Tod des Adonis, und schreibt mit euern goldenen Pfeilen , die nun unbrauchbar geworden, eine Grabschrift auf den erweichten Stein: Die Natur verändere sich, Himmel und Erde weine, die schöne Daphne ist rodt, und die Liebe ist nicht mehr. - '
. Es ist geschehen, und die mannichfaltige Reitzungen der Natur verschwinden. Sieh dunkle Wolken verfinstern den freudigen Tag. Nun hängen Perlen an den tropfenden Bäumen : Sie versammlen ihre verwelkte Zierden um ihre Bahre. Sieh wie die glänzende Schönheiten der Blumen auf der Erde liegen: Mit ihr blühten sie, und mit ihr sterben sie. Ach was hilft es, daß die Natur Schönheiten (hervorgebracht) hat. Die schöne Daphne ist todt, und Schönheit ist nicht mehr,


