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Wochenblatt. 179

Nach einigen Tagen bemerkte er, daß einer von diesen Unglückli- »en. seinem Fenster gegenüber stehen bli-b, als wenn er vor Müdigkeit Mcht mehr fottkönnle, und sich traurig aus die Erde niederfetzte, wo er niemand gewahr ward. Sein gutes Herz bewog ihn, sich hinter feinem Vorhänge zn verbergen, damit er durch diesen Anblick desto länger ge- rührt würde.

Das bestürzte Gesicht des Türken, seine Seufzer, einige Thränen, die ihm entfielen, ließen ihn glauben , sein Scb'chal wäre trauriger, als das Schicksal andrer seine« Gleichen» oder er wäre in einem Stande ge. bohren, der es ihm viel empfindlicher machte. Aus Mitleiden ließ er ihn rufen, und nachdem er ihn beschenkt, fragt- er ihn, wie er in die Scla- »erey gerathen.

Die Antwort des unglücklichen Türken, fing mit einem ziemlich tu, feinen Tone an. Er gestand überhaupt, daß er nicht aus einem ganz nie. Ciinen Stande wäre, und baß ihn ein unglücklicher Zutall in die Hände der Christen hätte gerathen lassen. Der Genueser setzte ihm auf eine zärt. ließe Art zu, sich weiter zu erklären. Mit Gewalt eröffnete sich sein Herz. Ein Vater in Den letzten Zügen, eine angebethete Ehegattin , vier liebens­würdige Kinder, und ein ansehnliches Vermögen , welches er mit feiner «reyheit verlohren, alle diese Unglücksfälle stellten sich feinem Gedächtnisse auf einmal dar, und die Erzählung die er Dem Genueser davon machte, rührte diesen bis zu Thränen. Auf einer Reise zu seinem sterbenden Va­ter, war er gefangen worden, und seine Herren hatten ihn an einenKauf- mann zu Livorno verkauft.

Der Genueser beschenkte ihn noch mehr, und wünschte ihm eia beß. res Glück. Allein, seine Großmukh trieb ihn, da er für sich selbst die Er. zählung des Unglücklichen überlegte, mehr zu thun. Er erkundigte sich, wie hoch sich das Lösegeld belaufen würde; er glaubte folches bezahlen zu können, wenn er feinem Vergnügen etwas abbräche, und er wandle sich, obn einen Augenblick zu verlieren, mit so guten Erfolg an Den Kaufmann, daß er für Die Summe von hundert und vierzig Dukaten, die Freyheik dieses Türken erhielt.

Er behielt sich das Vergnügen vor, dem Gefangnen diese Zeitung selbst anzukündigen. Mir Entzücken wurde sie gehört. Der arme Türke Z t küßte