Gicsscr
W ° Penvlak <.
Drei und Zwanzigstes Stück.
Dienstags den 8. 3umt -77,.
Mit Hochfürstl. Hessen Darmstädtischer gnädigster Erlaubnis.
Michaelis.
Erbarmt euch willig fremder Noth!
Du giebst dem Armen heut dein Brodt, Der Arme kann dirs morgen geben.
CjßSnan sollte die Menschen von Kindheit an lehren, ihre Nebengeschö- pft als die Quelle ihrer Glückseeligkeit und Freude zu betrachten. Unf« Schwachheit ist so groß, und unsre Bedürfnisse sind so mannigfaltig, daß der Allergeringste etwas bevtragen kann, sie zu vermindern , und uns nützlich zu seyn, und der Glücklichste sollte am meisten gegen die Verachtung des Armen und Geringen verwahrt werden. Diese Glücklichen werfen einen verächtlichen Blick auf die Elenden, als auf Geschöpfe, die ihnen nichts nützen könnten, und die sie nie nöthig hätten, unb nie nöthig haben würden. Und doch hat es die Erfahrung mehr als einmal bestätigt, daß auch sie in Umstände gerathen können, wo ihnen der Arme dienen kann. Ick will nicht der Dienste erwehnen , dadurch uns so manche Beschwerden deS Lebens erleichtert werden, und die der ärmere und geringere Theil des Volks uns leistet. Wie beschwerlich, oder wie unbequem würden wir leben, wenn wir bey einer völligen Gleichheit deS Vermögens in unserm häuslichen Leben alles selbst ihun müsten, was unS itzt treue Bedienten abnehmen! Ich sehe meine Bedienten und Hausge-
Z «offen,


