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z86 Möchenblatt.

Einige Kinder/ die dabey waren,!fassen in einer Ecke, und sahensich immer furchtsam nach ihrem Schatten um, den sie zu fürchten anfiengen. Ich nahm daher Gelegenheit, einigen von der Gesellschaft vorzustellen, wie viel Schaden dergleichen Eindruck bey Kindern hervorbringen könne. Ich stell­te ihnen vor, wie unverantwortlich man handelte, wenn man ihnen eine Furcht einprägte, die üble Folgen haben kann, die sie hernach schwer wie­der ablegen, und so leicht nicht wieder beherzt oder gesetzt werden können. Die Gesellschaft nahm aber dieses so übel auf, daß ich öffentlich für eine» Freygeij! oder für einen Religionsspötter erklärt wurde. Dieses verdroß Mich, und ich gieng, den Kopf ganz mit Gespensterhistorien angefüllr, hinweg. Als ich nach Hause kam, setzte ich mich an meinen Schreibtisch, und wollte meiner Gewohnheit nach an einem Aufsatz schreiben , der hier sollte eingedruckt werden: ich war aber von den Gcspenstergesprächen so ein­genommen, daß ich an nichts als an Erscheinungen dachte. Ich holte auS meinem Bücherschränke ein unsinniges Buch heraus, das man den hölli­schen ProreuS nennet, und das man, wie alle Bücher von dieser Art,ver­brennen sollte, anstatt es jungen Leuten in die Hände zu geben. Ich laS darinnen, bis ohngefähr eine Viertelstunde nach Mitternacht: - da wurde ich durch ein großes Geräusche gestört, das ich an dem Ende eines langen Ganges hörte, der vor meiner Stube ist. Ich hörte endlich ganz deutlich ein schröckliches Getöse von Ketten: ich fieng an furchtsam zu werden, mein Hund fieng an zu bellen, die Flamme des Lichtes , das auf dem Tische stund, wurde blauer; das Gerassel kam immer näher, auf einmal gieng meine Thür auf, und ich sähe cm schreckliches Gespenst hereintreken, das mit einer grossen Kette und ein paar Schellen, die es auf dem Kopf hat­te, klapperte. Anfangs erschrack ich auf das äußerste : als ich aber sähe, dcrß mir das Gespenst nichts zu leide that, sondern bloß vor mir stehen blieb und mich starr ansah, fieng ich an, es genauer zu betrachten. Es war ein magerer langer Mann, der seine Perücke schief auf hatte, und ganz ausgehungert aussah. Er hatte ein Kleid an, das so voll Flecken, und so zerrissen war, daß man seine eigentliche Farbe nicht wohl erkennen konnte. Aus seiner Tasche sähe eine große Rolle Papier heraus, und in den Händen trug er zwey große Ketten, die er beständig schüttelte. Die­ses Gespenste unterbrach mich in meinen Betrachtungen, und sagte mit einem recht steifen Amtsgesicht: Nun siehest du, daß es Gespenster giebtk Fürchte dich aber nicht, ich bin nicht so böse als ich aussehe, ich will dir mchtö thun, ob du schon verdient hättest, daß ich dir den Kopf ein wenig zurecht