Wochenblatt- M
«em Topf unter die Nase gehalten, oder ein Sack oder Tuch über den Kopf gehängt, daß ihm der Broden recht angehe. Sind Beulen am Halse oder sonst, so werden etliche Zwiebeln gebraten > nut altem Schmeer, das Pferd wird damit geschmieret, so brechen die Beulen auf, und die Drüsen fließen; oder, wenn eö recht weich, so wird eS mit einem Messer aufgemacht.
Die Kerbel/ ist eine gewöhnliche Krankheit der Pferde auf dem Lande, und kommt vom schlechten Futter, vom Uebersaufen in der Hitze, und überhaupt von schlechter Wartung. Ein Pferd, das mit diesem Nebel behaftet, bangt den Kopf, Vie Ohren sind ihm falt, die Augen trie, fen ihm, und es mag nicht fressen. Man findet am Halse hinter dem breiten K-nnbacken eine kleine Erböyung, die wird mit einer Flrtte aufgeris- fen, ein Stückchen Sp'-sglas als eine Erbse groß in die Oeffnung geste- cktt, daß es selber ausschwären muß Oder, man nimmt die Spitzen der Zungen, da findet sich eine blaue Ader, die wird über Zwerg aufgerissen ?die Zunge mit der Hand gestrichen, |o fallt die Feibel als eine Linse groß heraus, und dem Pferde wird der Kern gestochen , und daS Maul mit Scilz ausgerieben, so wird eS besser.
X)ov die Würme / ist das Beste einen starken Löffel Pech dem Pferde eingegeben. Es wird ihnen auch eine Hand voll Senft in einem Quartier Eßig , oder weißen Wein, und ein Ey , worinnen ein wenig Saffran eingegoffen; oder eine starke Messerspitze gestoßenen Schwefel mit dem Futter eingegeben.
In äußerlichen Schaden bey Verrenkungen ist am besten Hopfensaa- men, und Schaflorbern in Eßig zu einem Brey gekocht, und täglich et« liche mal warm umgeschlagen.
Ich könnte aus denen vielen geschriebenen Recepken einen ganzen großen Band von Pferde - Euren anführen. Wir haben auch Bücher genung davon, Herr Winter/ Herr von Sollersel / und andere mehr, haben sehr vieles davon geschrieben. Ich habe aber hier nur dem Landmannezum Besten diese wenige M-ttel aufgezeichnet, weil es Fälle sind , die fehr ost bey der Wirchschast vorkommen, und ich diese Mittel selbst bewährt befunden.
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