Giesser Wochenblatt.
Drey und Vierzigstes Stück.
Dienstags den 27. Oct-ber 1772.
Mit Hochfürstl. Hessen Darmstädkischer gnädigster Erlaubnis.
Erfahrungen v-n Einpfrdpfung der Blattern.
habe eine doppelte Ursache, warum ich meine Erfahrungen von krfK Einpfropfung der Blattern öffentlich bekannt mache. Die eine ist, purch diese Erfahrungen eine'neue Aufmunterung zu dieser in allem Betracht .vortrefflichen Sache zu geben. Je mehr Falle bekannt werden da diese -Operation glücklich angestellt worden, je mehr verschwindet die Furcht davor, und es werden noch wohl einige gereizt, sich zu entschließen , ihre Kinder durch eine viel geringere einer viel größern Gefahr zu entreißen. Die andere Ursach ist, einige Bemerkungen mitzutheilen, die denen/migen Aerzten, so noch nicht Gelegenheit gehabt haben, viele durch die Einpfropfung erhaltene Blatkernparienten zu sehen, und denen also alle dabey sich neigenden Falle noch nicht vorgekommen, angenehm seyn können.
Meine Absicht ist nicht, eine weittaustige und umständliche Erzählung aller meiner durch die Einpfropfung erhaltenen Blatternpatienten zu liefern, noch weniger genau zu beschreiben, wie ich sie behandelt habe. Alles was ich davon anzuführen nüthig finde, ist der nicht genug zu wiederholende Rath, die Blatternpatienten nrchtzu warm zu halten. Sie kommen am leichtesten durch, wenn sie mehr kalt als warm gehalten werden, da hingegen die, so bey dem Eintritt des Fiebers in Betten zugestopft
Uu werden,


