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Als Carl, Herzog von Burgund, mit den Beynamen derRühne über die grossen Länder, dieljctzt die Macht von Frankreich an sich gezogen, herrschte, überhäufte-er einen gewissen Claudius Rhynsault, einen Deut­schen, der ihm in den Kriegen wider die Einfälle seiner Nachbarn gedienet hatte, ganz besondere mit Gnaden-und Ehrenbezeigungen. Damals war auch ein großer Theil von Zeeland diesen^ Herzog unterthgn. Dieser Prinz selbst war ein Mann von besonderer Leutseligkeit und Gerechtigkeit. Rhynsault, der keine andere reelle eigenschäst besaß, als Herzhaftigkeit, hatte Vorstellung genug, um bey seinem edelmüthigen und von allen Arg­wohn entfernten Herrn für einen Mann von guter Ehrlichkeit und Treue, der. kein Laster hätte, das ihm in der Ausübung der Gerechtigkeit hinder­lich seyn könnte, angesehen werden zu können. Dieser Herzog, der zu seinen Vortheil von ihm eingenommen war, gab nach dem Tode des Gouverneurs der Hauptstadt von Zeeland, Rhynsaulten diese Stelle. Rhynsault war nicht allzulange in diesen Posten gewesen, als er seine Au­gen auf eine Frau von ausgesuchter Schönheit, mit Nahmen Saphira warft Sie war hie Frau eines reichen Kaufmannes dieser Stadl, der Paul Danwelt hieß. Rhynsault war ein Mann von hitziger Natur und heftiger Neigung zu den Frauenzimmer, auch in den feinen Künsten, wo­durch man ihre Gunst gewinnen kann, nicht unerfahren. Er wußte, was der Genuß der Genugthuung sey, die man durch den Besitz von Schön­heit erhält, war aber dennoch in den Wohlanständigkeiten , Ehrenbezei* gungen und der Delikatesse, welche die Leidenschaft gegen dies Geschlecht in feinen Seelen begleiten, ganz und gar fremd. Dem ohngeachtet Hatte er gute Kenntnisse in der Sprache, die gemeiniglich bey den schwachem Theil dieses Geschlechts mehr Würkung thut, und mit dieser Sprache konnte er eine Leidenschaft, wovon sein Herz ganz und gar nichts suhlte, an den Tag legen. Er war eine von den viehischen Seelen, die sich ver­gnügten, Unschuld und Schönheit zu beleidigen, ohne das geringste Mitt leiden und Leidenschaft, oder Liebe gegen den Gegenstand, der ihnen soviel Vergnügen giebt. Undank aber ist allemal das Laster, das von einen wol­lüstigen Mann unzertrennlich ist, und bey dem, herauf weiter nichts denkt, als eine Leidenschaft zu befriedigen, die ihm schmerzhaft ist, folget auf Den Besitz eines Frauenzimmers allemahl nothwendig Eckel und Abscheu. Rhyn- ftmlt der entschlossen war seinen Willen in Absicht auf die Frau des Dan­welt zu befriedigen, ließ kein Mittel unversucht, sich in ihrem Hause auf freundschaftlichen Fuß zu setzen. Allein sie kannte seinen Charakter und

Lage