Wochenblatt.
ftn gekochten Korn und Salzsast darüber, doch aber laulicht, so, daß es wenigstens vier Finger hoch darüber gehe. Es muß wohl bedecket werden, damit es die Warme behalte, und das Salz eindringen könne. Wenn es nun also 2.4. Stunden gestanden, und das Korn seine Sprossen zeiget; so gießet man das Wasser ab, und läßt das Korn im Schatten trocken werden, denn die Sonne zieht das Salz aus , und säe es aus, doch nicht dicke, und zwar so, daß man den dritten Theil weniger nehme , als man sonst auf seinen Acker gebraucht bat; besser ist es , wenn man es mit Heckerling vermenget, damit das Gemas doch ergänzt werde; man kann auch anstatt des Hecksels Waffersanv nehmen.
Das übrig gebliebene Wasser kann zu fernem Gebrauche wohlver- wahret aufbehalten werden, denn es hält sich lange, und bleibt allezeit gut.
Dies also zubereitete thut nicht nur erspriesliche Würkung beym Getraide, sondern auch an Baumen und andern Gewächsen; denn so man einige Mäßgen von diesem Wasser an den Fuß eines jungen Baums, wenn er Saft treiben will gießet, so wird der Baum viele und gute Fruchte bringen, und wenn er auch noch nie getragen hätte. Auch an alten Barr- men laßt sichs mit Nutzen gebrauchen.
So würde auch der Weinstock viele Frucht bringen , wenn man ihn durch dieses Mittel fruchtbar machte. Ich überlasse es einem jeden Nachdenkenden zur Ueberlegung, was er noch ferner dadurch bewürken könne. Wer die Bestandtheile dieser Zusammensetzung kennet, der wird Nicht nur das vorgeschlagene Mittel billigen , sondern es auch zu seinem großen Nutzen anwenden. Die Gartengewächse werden dadurch auch ungemein nicht nur gebessert, sondern auch sehr fruchtbar gemacht. Die Blumenliebhaber werden sich erfreuen über ihren schönen Flor bey dem Gebrauche dieses Mittels.
Ich hoffe nicht, daß jemand sagen wird , ja ich muß so viel daranwenden; ich muß Korn dazu nehmen, daß ich aussäen könnte; ich muß Holz verbrennen; es erfordert auch eine Geldauslage; ich muß viele Muhe daran wenden, und dann ist es doch nur eine Wage. Erstlich antworte ich darauf: daß ohne Mühe in der Welt nichts erlanget werden mag; und dann, der nie was wagt, auch nie was bekommt. Cs m


