Wochenblatt. i8x
ge geschehen und auSgeführt werden, die wo nicht immer offenbahr schädlich sind/ doch wenigstens den gehofften Vortheil nicht verschaffen. Diejenigen die solche Sachen prüfen sollen/ haben die Gabe nicht die Dinge im Zusammenhang zu übersehen. Sie haben vielleicht das redlichste Herz und die rühmliche Absicht das Beste des Landes zu befördern. Sie haben in ihrem ersten Unterricht / in dem Lesen / und auf Reisen Grundsätze gesammlet/ die unverwerflich sind. Die Vorschläge/ die ihnen gethan werden / stimmen mit diesen Grundsätzen überein. Allein in der Ausführung ist eine gewisse Behutsamkeit und genaue Betrachtung der Umstände nüthig. Hieran wird nicht gedacht / ein Satz der nur unter gewissen Umständen gültig und erwiesen ist/ für allgemein angesehen/ und also in der Anwendung deffelbigen gefehlt. Ich will ein Beispiel geben. Der Satz/ daß der Flor eines Landes auf der Bevölkerung oder der Menge der Einwohner beruhe/ ist wahr/ wenn die Bedingung hinzukommt/ wofern diese Einwohner sich gehörig nähren können. Laßt man diese Bedingung weg/ und sorgt man nicht für den nothdürftigen Unterhalt von einer Menge von Menschen/ so wird dieselbige dem Staat zur Last. Es giebt Müßiggänger/ weil sie nichts verdienen und erwerben; es giebt Bettler und Räuber/ weil sie doch leben wollen/ und keine Gelegenheit finden sich zu ernähren. Die kleine Abgabe/ die von ihren Personen eine zeitlang in die Caffen kommt/ wird durch viele andre Ungemächlichkeiten überwogen und die andern Einwohner/ die sich täglich hätten ernähren können / wenn daS dritte Theil von Leuten weniger im Staat wäre / müßen natürlicherweise mit verderben. In einem solchen Fall kann obiger Grundsatz/ so richtig er im allgemeinen ist/ unmöglich beobachtet werden. Kann manden.über- fiüßigen Einwohnern nicht durch Fabricken oder andere Anstalten zur Nahrung verhelfen / so erschwere man ihnen den Abzug nicht / sondern suche Denselben zu erleichtern/ und sinne aus Mittel/ wie man dieses überflüßige Geblüt aus dem Staatskörper wegschaffen möge- ;v
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Ein solcher spielender Unterricht ohne Ordnung und Zusammenhang/ beschäftiget höchstens nur das Gedächtnis;/ laßt aber den Verstand ganz müßig und ungebaut liegen. Und doch ist zu allen/ insonderheit aber zu Regierungsgeschäsren nichts nüthiger/ als ein gesetzter und durchdringender Verstand - der gewiß nicht ohne eine lange Uebung / und ein gewisses anhaltendes Nachdenken zu erhalten ist. Wenn man jungen Leuten tau- senderley Sachen vorschwätzt, sie aber nicht zu gleicher Zeit angewöhnt, ' Q * ßieklhis


