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Wochenblatt- Hf

Da wir nun den Ursprung des Schnees gezeiget haben, so fragt sicht billig, ob der Schnee schädlich oder nützlich sey, oder ob der Schaden den Nutzen, oder dieser jenen übertreffe. Wir haben allbereit vernommen, daß er große Verwüstungen anrichten kann, so kann er auch gangbare Tiefen und Holwege dergestalt ausfüll-n, daß indenselbigen Menschen, Rosse und Wagen stecken bleiben. So ist auch der starke Glanz des Schnees unfern Augen schädlich. Der sogenannte Stern des Auges ziehet sich davon zu­sammen, und seine Fäsergen werden oft dadurch zusehr angestrenget, daß daraus Entzündungen oder gar der Verlust der Augen entstehen. Es fin­den sich hievon Beyspiele. Lenophon berichtet uns, daß als Cyrus sein« Armee, über die hohen Schneegebürge führet«, soll der unerträgliche Glanz des Schnees, den sie so lange ganz alleine, ohne eine andere mildernd!! Farbe ansehen musten, vielen seiner Soldaten Entzündungen der Augen ve.ursachet, und viele gar blind gemacht haben.

ES hat aber dennoch der Schnee seinen vielfältigen Nutzen. die Kälte im Winker dem Pflanzenreiche weitschädlicher ist, «IS dem Thier, reiche; denn die Pflanzen stehen unbeweglich, und haben kalte Safte in ihren Adern, welche bei) Den einbrechenden Winker, gefrieren , und wenn keine andere Hülfe erschiene, so würden die hohlen Gänge zerrissen, und also dem Untergang Der Pflanzen nach sich ziehen. Wie Denn auch von Der zu strengen Kalte die Bäume zerplatzen, und die Hofnung unftrs künf­tigen BrodeS, Der im Herbst gesäete Saame, würde an Ermangelung d«S Schnees noch weit eher zu Grunde gehen. Gott ließ also den Regen, der im Sommer Die Pflanzen erquicket, im Winter unter Der Gestalt einer weifen Wolke, Dieselben bedecken, damit Durch Dieses weise unD glänzende Kleid Der Erde, Die Gefahr Der kalten unD rauhen WinDe abgehalten wer­de ES hat also Der Schnee eine verborgene Wärme, sie ist aber fo ge- nidfiflt, Daß der Saame Darunter nicht ersticket. Daß Der Schnee eine euroilTe Wärme bey sich habe, sichet man auch Daraus, weil unter Dem. felben erfrorne Menschen gleichsam wieder erwecket werden. Da von Den Schnee Die Sonnenstrahlen sehr zmücke prallen, wie oben gezeiget worden, so ist es sehr wahr|cheinlich, Daß ein Winter mit vielem Schnee erträgli­cher seyn müsse, als ein Winker mit wenigen Schnee; Denn jemehr Die Erde mit Schnee bedecket, destomehr prallen die Strahlen Der Sonne Da­von häufiger ab. Diese Abprallung erwärmet die Lust, welches ohne Schnee nicht so häufig geschiehet. Da auch der Schnee, wie Die Dünste