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Wochenblatt

feinen großen Geist au-. Ein gutes Herz, edle Gesinnungen, Aufrich, tigkeit/ Menschenliebe, eine beständige Bemühung Gutes zu thun: Diese sind die Züge, welche einen großen Geist earacteusiren, und nach welchen man urtheilen muß, ob ein Mensch diesen erhabenen Beyuamen verdiene, oder nicht. Wer wird aber im Stande seyn, nur einige von diesen glan-- zenden Eigenschaften bey dem Herrn von Voltaire aufzufinden?

Je langer ein Mensch schon gelebt, je mehr er Gelegenheit gehabt aber nicht dazu angewendet hat, vieles zur Verherrlichung Gottes, zu sei« ner eigenen Besserung, und zur Wohlfarth der Geschäft beyzutragen, ein desto kleinerer Geist ist er, so groß er auch sonst an Geburt, Rang, Gütern, Macht, oder Verstände seyn mag. Diejenige sind also die klein­ste Geister, welche viele Jahre gelebt, viele vorzügliche Gelegenheit Gutes zu thun gehabt, und doch bey dem allem am wenigsten ihre und anderer Menschen Vollkommenheit befördert haben.

Daß der Herr von Voltaire kein gutes Herz besitze, davon zeugen seine Bemühungen, sowohl durch den Umgang, als durch seine höchst är­gerliche Schriften, andre unschuldige Herzen zu den gröbsten Lastern zu verführen. Man findet in einigen Zeitungen noch ganz neuer Dingen ei­nen Artikel von einem gewissen Herrn, de la Harpe, gegen welchen er sich ungemein großmüthig erzeiget haben solle. Dies ist nicht der erste, welcher von ihm zum Unglauben abgerichtet worden. Ich habe es mit Erstau­nen von zweyen Männern, welche sich ehedem bey ihm aufgehalten, ge­höret, wie es auf dieser hohen Schule des Satans zugehet, und sie mit vielem Wehklagen die Zeit bereuen hören , welche sie daselbst zugebracht hatten. Und es sind keine kleine Geister, sondern sehr vernünftige Leute, welche noch in ansehnlichen Ehrenstellen in aller Hochachtung leben. Doch man lese nur den Candide und das Mädchen von Orleans, so wird man gleich finden, daß es wahr sey - Aus ihren Früchten sollet ihr sie erkennen.

Daß der Herr von Voltaire gar keine edle Gesinnungen hege, be­weiset seine Aufführung gegen alle seine Wohlthäter, und insonderheit ge­gen den grösten König; sein ärgerlicher Spott mit allem, was heilig heis­set, welchen er ja nur auch um des bloßen Wohlstandes willen hätte un­terlassen sollen; seine gespielte Betrügereyen, wovon insonderheit die erste rechtmäßige Verleger des Antimachiavels zeugen können; seine Lästerungen wider