ijg Wochenblatt.
dadurch unglücklicher. Ei» Mensch der -den die Last auf dem Kopfe hat. womit das Haupt AkteonS * gezieret war, fuh.k nichts davon, so langer sie unwissend trägt, sobald ihn aber ein altes Weib oder -in falscher Freund dieser glücklichen Unwissenheit entreiß, findet er die käst die ersonst nicht einmal bemerkte, so unleidlich schwer, daß er darunter ohnmächtig wird Kur» jede Beschwerde ist nur Beschwerde in so weit wir sie kennen, und wenn wir über Dependenz, Dienstbarkeit und Sklaverei) seufzen, ,o tbun wir unrecht, wir sollte» nur unsere vermehrten Einsichten anklagen, d e es uns q-lebrt baden, dass alle diese Dinge b-schwei lich sind.
U-is-re Vorfahren glaubt, n bei) ihrer Einfalt im rechten Ernste, wenn sie nicht arbeiteten so dürften sie auch nicht essen , und weil sie gerne aßen L arbeiteten si fleißig, um dadurch die Erlaubniß zum Essen zu erhalten. Dieses Vorurtheil war so sehr übel eben nicht, und es gab damals mehr arbeitsame Leute als jetzt, da so vi-l von der Industrie geschrieben wird. Wir sind unglücklicherweise klüger geworden. Wir havrn gelernt, daß essen und arbeiten sehr gut von einander getrennet werben kann. Jenes khun wir noch recht gerne, säst mehr wie die Alten, aber das letzte meiden 'wir so viel wir nur können, und jeder sagt mit Leßing:
Fleiß und Arbeit lob ich nicht, Fleiß und Arbeit lobt der Bauer, Und wie selbst der Bauer spricht, Fleiß und Arbeit wird ihm sauer.
Diejenigen, welche gerne gar nicht arbeiten möchten, haben ihr-Zu, Audit ivm Betteln genommen, und ich muß gesieh-n, daß dies der aller« d-ammste W g sey seinen Unterhalt zu finden. Wir baden daher eine er- fljunenDe Menge Bettler, und eine unbeschreibliche Menge von Arten zu b.tteln, denn ich rechne nicht bloß diejenigen hi-her, welche unter derAus- fiebt des Armenvogts sieben, sondern mich dünkt daß alle, welche stch voiu S'aate unterhalten lassen , ohne demselben nützliche Dienste zu leisten, oder «leistet zu haben, in diese Rubrik gesetzt werden müssen. Nun kann man rechnen. - Sonst war das Betteln, sonderlich von Der letzten Art, em recht artiges Handwerk; allein durch die Mengeder Zunftgenoffen ist eö vervorven. Wenn zu viele Bettler für eine Thür kommen, so erhalt kein -inziger etwas, und wenn endlich alle betteln wollen, wer soll denn geben 1 < -mhL l v
* Diejenigen Leser welche den Akteon nicht kennen, können ihn zu H **am alt- "Srtbtcr sfllni'Ne, auf Der sogenannten Kunst sehen.


