Wochenblatt?. rsf
werden, wenn ich sie vollkominen entwerfen wollte. Ein kurzer Abriß mag genug styn. - ; ' - ■'
Wer das Bürgerrecht in der großen Welt erlangen will, der be- eifere sich folgende Eigenschaften zu erwerben, sonst denkt er kleinstädtisch. Er muß Lügen / ohne rorh zu werden/ und sollte auch seine Rede alle Wahrscheinlichkeiten übersteigen.
Betrügen/ und sich kein Gewissen machen , sondern noch frei) behaupten , daß er recht thue. -
Schmeicheln bis zum Eckel, und sein Herz niemalen zu rarhe ziehen bcy dem, waö sein Mund spricht: d. i. Honig im Munde, aber Gift und Galle in Herzen führen.
Heucheln aus dem Fundament. Ämn wenn er diese Kunst nicht recht verstehet, so laufet er Gefahr noch vor seinem Abschiede entdecket, und ausgeklatschet zu werden.
Borgen und nicht Willens haben einen Heller zu bezahlen, ja die Conto mit Schwören läugnen, und für die Bezahlung seine Gläubiger sorgen lassen, sich selbst aber um nichts bekümmern.
prahlen / wenn er am wenigsten Ursache, und sich arm stellen / wenn er sich reich gestohlen oder gcspielet hat. „
Er muß * .
Missgünstig |cyit/ und niemand was gutes auch nicht einmal die Lust gönnen.
Nichts lernen/ als den Handschuh einer Dame ala mode zu küssen,und Geld mir Pomp-und Pump - - durchzudringen. Zuletzt auch Dülversprechcn/ aber durchaus nichts halten.
Diese sind die wesentlichsten Eigenschaften und die Hauptcharackter eines Menschen von der großen Welt; und wer diese hat, kann die zufälligen entbehren. Ich stehe dafür daß sie ächt und gerecht sind, und daß er auf diese Werse aller Orten fortkommet. Ich bin dafür Bürge, denn wären sie mir ehcr'bekannt worden, daß ich sie wenigstens zum'Scheine hätte ausüben können; so würde ich jetzo als ein großer Mann in der großen Welt glänzen.
. Acaöcmische Nachricht.
, . Herr Joh. Christian Dietz, Defim'tor und Stadtpfarrer hat das ibm gnädigst anvertraute Amt eines Piofeßons TheoL ,'pubiid, am 5. Oct.
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