zrs wocheirdlare.
glaubte dem Ziele nahe zu seyn - nun sehe ich mich weit davon entfernt! ich kann nicht Freude haben, bis meine Hoffnung erfült wirb, wenn nicht Reichthum mir zuflieset, werde ich nie glücklich. O, wenn doch der Himmel meine Wünsche erhörte! dann wäre ich vergnügt und er gerecht. Erreiche deine Wünsche, o Thor! betrachte aber auch die Folgen derselben. Auch die Erfüllung derselben werden dein Gemüth nicht erfreuen, sondern noch mehr niederdrücken. Wird dir ein Wunsch gewährt, so werden wieder zehen andere bey dir entstehen; - wächst dein Glücke, so wachsen auch deine Begierden. Glaube, Eitler, wenn du alles besitzest, was du gewolt, so wirst du noch kein Vergnügen empfinden. Wirst du alles wohl erwägen, was den Besitz des Rcichthums begleitet, so wirst du der Vorsicht für eine jede fehlgeschlagene Hofnung danken ; du wirst sagen, daß alle deine Klagen aus der Quelle eines Aberwitzes hervorgequollen sind. Was Hilst es dir, wenn du auch mehr Gold erhieltest, als du brauchen kannst? das Gold, das nicht genützt wird, übertrift an Werth nicht den geringen Sand, der dort die Erbe, unserm Urkheilenach, ohne Nutzen drückt; durch den Ueberfiuß wird dir keine Freude geboren, sondern nur Last. Laß daher nicht mehr unbesonnene Wünsche dein Leben beunruhigen! - die Vorsicht weis am besten, was deinem Geiste wahre Vortheile verschaft, Vortheile zur Ruhe für dieses Leben ; begnüge dich an dem, was sie dir zuwirft! bedenke - Lust, Ehre, Reichthum sind ohne Zufriedenheit Bürden — glaube, daß jeder Zufall nur auf dein Bestes zielet; daß dein und anderer wohl die Absicht aller Dm, ge ist. Wirst du dich darin beruhigen, so hat dein Gemüth Friede.
Komm Freund, wir wollen der Hütte der Armen uns nahen. Jener, der durch die Armuth niedergedrückt wird, glaubt gröftres Recht zu haben, sich über die Vorsicht zu beklagen. Er ist entrüstet über seinen Zustand. Ich seufze nicht, spricht er, um Reichthum , wie jener; ich wünsche mir und den Meinigen nur'das tägliche Brod - ich kann gar nicht denken, warum der Himmel so grausam gegen mich ist , und mich bis an Tod in der bittersten Armuth schmachten läßt. - Einem giebt er zu viel, mir aber zu wenigs - jener hat Ueberfiuß und nähret seine Wollüste; mein Leben ist nichts als eine Reihe lauter Kümmernisse und nagender Sorgen nur um das tägliche Brod, zollte der Himmel gerecht siyn? - sollte er mein Wohlwollen, und auf meinen Nutzen bedacht seyn, so würde er eine gleichere Auötheilung beobachten.
Der Beschluß folgt nächstens.
Acade,


