Einzelbild herunterladen

Wochenblatt. 125

Chrifti ex vifo fänlbie virgini lulianae divinitus oblato, Onuphrius in nor. ad Platin. Dallaeus de cultusreligiofi obie&o p. 287. Nouvel- les Fleurs des Vies des Saints Tom. I. p. 41. SanEtor, April. Tom. I. p. 437. & p. 903 . Der gelehrte ^^BenediajK. deFeflis Chrilti & Mariae Lib. 1. c. XII. p. 360.

Man halte von dieser Erzehlung was man will, so verdienet doch dieses bemerket zu werden, daß in dem Tom. Concil. (von «Hardouin) Tom. VI1. p. 547. ein Brief des Pabst Vrbani IV. an die Evam an- geführet wird, worinnen diese Worte enthalten sind: deine Seele erhe­be den Herrn/ und dctn Gcisk freue sich Gottes deines Heilan-- des / weil deine Augen schon dein Heil gesehen haben / wel­ches wir bereitet haben vor allen Völkern Nichts ist gewöhnlicher (das muß man in Vorbeigehen mercken) als daß in den päpstlichen Briefen Worte der Schrift auf solche Art gebrauchet werden. Wer der Geschichte kundig ist, der wird wissen daß zu den grösten Folgen und Ver­anstaltungen, mchrentheils die geringsten Begebenheiten, und wunderbar­sten Einfalle haben Gelegenheit gegeben. Man denckenur an den Francis- cum von Assessi, den Stifter des so ausgebreiteten Ordens der Francis- caner. Man dencke an den Mönch welcher Odilonem, Abt "des Klo­sters Clugniac in Bourgogne bewegte das Fest aller Selen zu befördern. Dieser hatte in dem Berg Acrira ein jämmerliches Geheul gehöret. Was konnte dieses anders gewesen ftyn als eine Wirkung der Betrübnis der Teufel, welche sich deswegen so übel gebehrdeten, weil durch das Gebat der Mönche ihnen so viele Selen entrissen wurden. Es wäre diesemnach heilsam, daß man durch ein besonderes Fest diese Betrübnis unterhielte. Der Einfall wäre sonderbar, und doch brachte er ein Gesetz zu wegen, wornach irch viele tausend Menschen richten mußten. Aus dem inneren Gehalt einer Erzehlung kann man keinen Grund ihrer Verwerfung herneh- men, wann man aufoie Beschaffenheit derZeiten ein Augenmerck nimmt.

Diese Sache mochte noch etwas unverdaulich seyn, und ihr groser Nutzen einem grosen Theil verborgen bleiben. Es käme dieses Fest auf odengedachte Verordnung noch nicht in nllgemciiten Gebrauch. Anno x3'1 sähe sich deswegens Clemens V. genöthiget auf dem Concilio zu Vienne eine LoiisLltukt0n deswegen zu errichten , worinnen Vergebung der Sünden denen reichlich versprochen wurde, welche dieses Fest feierlich

Dd z halten