Messer
Doch en-Matt,
Num. XL!II. 1
Dienstag dm 2,7. Octobr. 1*150.
Mit Hochfürstl. HessmdarmMdtisther gnädigsten Erlaubniss.
Gedanken über die Länge lind Kürze
des Lebens.
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M Siebt sehr wenigs Leute in der Welt/ die sich kein langes Leben v > X.X wünschen. In der Natur selbst liegt der Trieb zu diesem Wunsche unü man kaun an dem unvernünftigen Viehe sehen/ wie wenig er
Tod / und der geringste Wurm krümmet sich/ wenn er getretten wird/ um dadurch auszudrückcn/ wie sehr er sich um seine Erhaltung bemühe- Wer wollte es demnach dem Menschen verdenken/ daß er einer langen Reihe künftiger Jahren mit Vergnügen entgegen sichet; wer wollte ihm zumuthen/ daß er sich wider die Natur nach seinem Ende sehne? da er verbunden ist/ ihren Vorschriften zu fol- gen. Das Leben und dessen Dauer gehören unter die Wohlthaten/ die wir von GOtt geniessen; warum sollten wir sie also nicht mit Freuden und Dankbarkeit an- nehmen? Würden wir uns nicht der göttlichen Liebe noch unwürdiger machen/ als wir bereits sind/ wenn wir die Zeichen derselben mit Gleichgültigkeit ansehen / oder gar mit Füssen von uns tretken wollten? G-Ott selbst/ der am besten weis/ was gut und nxrth >st/ von uns gewünscht zu werden / setzt auf die Erfüllung der wichtigsten Gebotten bas Versprechen eines langen Lebens/ als eines hohen und grossen Preises. Er wurde sich unsers Triebes nicht als eines Vewegungsgrundes jum Gehorsam gegen seine Befehle bedienen/ wenn er böö und unzuläßig wäre.
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