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3 Barbe vrae/ von Zulassung der Gesetzen. <r

welche ihnen die Gesetze »erstatten, so übel verstehen. M'r wollen es unS nicht be- ftemden lassen/ daß sie davon zum Nachtheil der unverbrüchlichen Rechte der Tu­gend eine so grobe Auslegung machen. Sie haben eben so wenig Ehrerbiethung vor dem unverletzlichen Ansehen der deutlichsten / ausdrücklichsten und gerechtesten Gese­tze / wenn sie von der Nachläßigkeit derer/ welche diefilben aufrecht erhalten sollten, fast so gewiß versichert sind / nicht gestraft zu werden / als in Ansehung der Dinge, welche der Gesetzgeber völlig mit Stillschweigen übergehet- Umsonst verbiethendie Gesetze das eyfrige Bestreben nachAemtern und das Unterschlagen gemeiner Gelder. Es gibt gleichwohl eine Menge redlicher Leute/ welche sich dadurch allein empor bringen." Man findet tausend Mittel/ diese Gesetze, wie viele andere, kraftlos zu machen. Insbesondre ist das eyfrige Bestreben nach Aemtern in allen Landern so gemein / daß diejenigen / welche ein rechtschaffenes Herz und eine hinlängliche Geschick­lichkeit besitzen/ genöchiget sind , sich um Freimde und Gönner zu bewerben , um dadurch den Abgang eines Begriffes von ihren Verdiensten/ welche für sie reden sollten, die aber an sich allein gemeiniglich sehr unvermögend sind, zu ersetzen. Es ist übrigens mit diesen ehrlichen Leuten, die sich nicht viel aus der Redlichkeit ma­chen, so beschaffen , daß es noch viel für sie und für das gemeine Wesen seyn tvur. de, wenn die bürgerlichen Gesetze, so unvollkommen sie auch seyn mögen, ihnen jur beständigen Vorschrift ihres Wandels dienten. .

Hier kann ich also sagen: 19) Wir fyaben fdwahr schon längst dre rechte VUvncn der Sachen verlohren; und ich brauche diesen Ausdruck eines alten Schriftstellers, dessen seine Reden ganz anders, alS leine Sitten waren, a« der dem die Macht der Warheit schöne Sittenlehren abgenöthiget hat, welche er entweder in den Mund eines andern gelegt, oder selbst für sich vorgebracht bat. Man spricht: Dieser ist ein ehrlicher Mann, diese oder jene Sache »sterlaubt. Smd jemahls Worte zweydeutig gewesen und übel verstanden, oder die meiste Zeit übel gebraucht worden ; so sind es diese gewiß ?Hier ist ein handgreiflicher Beweis von dem Nutzen der so verachteten Kunst, welche die unterschiedene Begriffe, Die Mit ei­nem Worte verbunden sind, aus einander setzet! Hier ist ein betrübtes Merkmal von den unglücklichen Verwirrungen, welche manchmal ein grammaticalischrs De>se­hen nach sich ziehet! Durch vieles sagen und hören sagen : dieses ist erlaubt/wer will mir das wehren -t gewöhnt man sich unvermerkt miteinander zuvermiichen, was ungestraft bleibt, und was unschuldig ist. Man unterscheidet diese zwo Arten der Zulassung, welche so oft einander entgegen gesetzt sind, fast nicht mehr. Akle Anmerkungen, welche ich bisher gemacht habe, gehen dahin , dieft elende Zwey- deutigkeir zu entdecken, und lassen, wie mich dünket , in Ansehung dessen keinen Zwei­fel übrig. Aber es wird mir erlaubt seyn, noch ein Wort hinzuzusetzen, um tue# selbe besser zu erkennen zu geben, und mich deswegen an einige von denen zu wen­den, w« che sie am wenigsten einzusehen, und am meisten zu misbrauchen schenien.

19) Sfiüuß'Hi Cai ihn. C. //,